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Schülerinnen und Schüler setzen sich für die Förderung der Artenvielfalt von Obstbäumen ein

WARTH. Die Fachschule Warth arbeitet beim Projekt „Obst-Inventur Österreich“ des Vereins Arche Noah mit und hat bereits im Vorjahr die rund 150 schuleigenen Obstbäume nach den äußeren Merkmalen und dem genetischen Profil bestimmt. Heuer im Frühjahr wurde nun der exakte Zeitpunkt der Blüte bei den Bäumen erhoben, um sie exakt charakterisieren zu können.

„Mit diesem Projekt werden die Schülerinnen und Schüler der Fachschule Warth für den Erhalt der Natur vor der Klassentür begeistert. Dank der aktiven Mitarbeit bei der ‚Obst-Inventur Österreich‘ leisten die Jugendlichen einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt von Obstbäumen“, betont Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. „Damit werden von den Schülerinnen und Schülern alte, oft nur lokal vorkommende Obstsorten wieder für den Anbau entdeckt, wodurch das ökologische Gleichgewicht gestärkt wird“, so Teschl-Hofmeister.

Professor Markus Schöll, Schülerin Vanessa List, Schülerin Viktoria Mühlhans und Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister im schuleigenen Obstgarten der Fachschule Warth

„Bislang gab es keinen wissenschaftlich fundierten Überblick über die verschiedenen Ostsorten in Österreich. Mit dem Projekt ‚Obst-Inventur Österreich‘ ändert sich das nun grundlegend, denn über Blattanalysen erfolgt die genetische Bestimmung. Zudem wird das Aussehen, etwa der Blätter und Blüten, mit Fotos dokumentiert“, informiert Professor Markus Schöll, der das Projekt leitet. „Durch die Klimaerwärmung wird künftig die Sortenvielfalt bei den heimischen Obstarten eine viel größere Rolle spielen. So sind durch den Anbau von früh und später blühenden Sorten bei Frost nicht alle Bäume betroffen. Gleiches gilt für die unterschiedliche Hitze- und Trockenstress-Toleranz der Bäume. Hier gilt es künftig klimafitte Obstbäume zu fördern“, so Schöll. Gab es in Österreich im Jahr 1960 noch rund 35 Millionen großkronige Obstbäume in der Landschaft, so sind es heute nur mehr 4,5 Millionen. Laut aktuellem Stand sind hierzulande rund 5.200 Obstsorten genetisch eindeutig charakterisiert. Neben Schädlingen sind die heimischen Obstbaumbestände vor allem durch Überalterung bedroht.

Foto: © Jürgen Mück

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