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Gemeinsame Dachmarke der Sozialpartner will noch mehr junge Menschen für Lehre begeistern – Bereits viele Maßnahmen gesetzt – NÖ Sieger bei World- und EuroSkills als Vorbilder und Botschafter

 „Niederösterreichs Jungfachkräfte sind top. Nicht nur bei ihrer täglichen Arbeit in den heimischen Betrieben, sondern auch auf der internationalen Bühne. 17 Gold-, 14 Silber- und 15 Bronzemedaillen bei World- und EuroSkills sprechen hier eine ganz klare Sprache“, betonen AK NÖ-Präsident Markus Wieser und WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker. „Diese herausragenden Leistungen gehören gewürdigt. Diese Leistungen gehören vor den Vorhang geholt. Diese Leistungen gehören einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Und genau das wollen wir mit dem Projekt FAME, mit den Handabdrücken unserer Berufswelt- und Europameister auf dem St. Pöltener Rathausplatz, machen.“

v.l.n.r.: AKNÖ-Präsident Markus Wieser, WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker, der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler und Philipp Seiberl, Goldmedaillen-Gewinner Schwerfahrzeugtechnik bei den WorldSkills 2015 in Sao Paulo.

Öffentliche Wertschätzung mehr als verdient
„Mit FAME haben wir eine neue Dachmarke ins Leben gerufen, um mehr junge Menschen für eine duale Fachausbildung mit all ihren Zukunftschancen zu begeistern. Viele Angebote sind darin gebündelt zusammengefasst, um die vielfältigen Möglichkeiten der Lehre vor den Vorhang zu holen“, führt AK NÖ-Präsident Markus Wieser aus. „Damit die Wichtigkeit und der Erfolg der Lehre auch deutlich sichtbar gemacht werden, haben wir auch optisch einen Abdruck hinterlassen, im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist ein starkes und schönes Zeichen, um die Lehre stärker in den öffentlichen Raum zu bringen: Eine öffentliche Würdigung des Handwerks und unserer erfolgreichen Fachkräfte, die sich neben der betrieblichen Anerkennung auch eine öffentliche Wertschätzung mehr als verdient haben.”

Vorbilder und Botschafter
Für Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, ist schon viel erreicht, um der Lehre den Stellenwert in der Gesellschaft zu geben, den sie verdient. Dennoch gäbe es noch Luft nach oben und es brauche daher weitere Maßnahmen. „Ein Beispiel dafür ist die neueste Initiative der niederösterreichischen Sozialpartner FAME und die heutige Enthüllung der Handabdrücke. Junge niederösterreichische Fachkräfte haben seit Beginn der WorldSkills 1961 sowie der EuroSkills 2008 insgesamt 46 Medaillen geholt. Die jungen, erfolgreichen Fachkräfte und Teilnehmer der Berufsmeisterschaften sind damit Vorbilder sowie Botschafter für die hervorragende Qualität der Fachkräfte und Lehrausbildung in unserem Bundesland. Mit den verewigten Handabdrücken zeigen wir, dass die Besten der Besten aus Niederösterreich kommen“, betont der Präsident der Wirtschaftskammer NÖ.

Lehrausbildung sichert vielversprechende Zukunft
„In den Händen der Lehrberufe liegen besonders wichtige Fähigkeiten, die eine vielversprechende Zukunft für unser Land sichern. Deshalb ist es essenziell, die Arbeitskräfte und Talente von heute gut auf die Arbeitsplätze von morgen vorzubereiten“, ist St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler überzeugt. In St. Pölten finden angehende Meister nicht nur vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten vor, „sondern bekommen auch die Bühne, um ihr Können zu beweisen. Dass die Jungfachkräfte bei uns top ausgebildet sind, spiegelt sich dabei nicht nur in unserer regionalen Wirtschaft, sondern auch in den herausragenden internationalen Erfolgen wider. Es ist wichtig, diese Leistungen angemessen zu würdigen und damit weitere junge Talente für Lehrausbildungen zu begeistern.“

„WorldSkills waren unvergessliches Erlebnis“
Einer dieser mit Handabdruck verewigten Weltmeister ist Philipp Seiberl, Goldmedaillen-Gewinner Schwerfahrzeugtechnik bei den WorldSkills 2015 in Sao Paulo. „Es war ein unvergessliches Erlebnis. Die Atmosphäre in diesem riesigen Stadion und dann auch noch der Sieg, der vollkommen überraschend kam“, erinnert sich der Gansbacher, der als Bester der Landeswertung gleich mit zwei Goldenen nach Hause fliegen konnte. Nach seinem Lehrabschluss hat Seiberl die Meister- und Unternehmerprüfung (Land- und Baumaschinentechniker) gemacht und ist noch immer in seinem Ausbildungsbetrieb, bei Pamberger Landmaschinentechnik in Obritzberg, tätig. „Es taugt mir noch immer extrem in meiner Firma. Ich bin für einen eigenen Bereich zuständig und permanent unterwegs. Ich sehe viele Betriebe, unterschiedliche Maschinen – eigentlich alles, was es in der Branche so gibt“, erklärt der Weltmeister.

Gemeinsame Aktivitäten der Sozialpartner, um das Image der Lehre weiter zu stärken

  • Berufsorientierungs-App BOtoGo: Sie gibt Eltern und ihren Kindern einen Leitfaden in die Hand, der sie durch den Berufsorientierungsprozess lenkt. Die App bietet eine Hilfestellung beim Erkunden der Talente der Kinder, gibt Tipps für die Berufswahl und hilft letztendlich beim Durchstarten in den gewählten Beruf.
    www.berufsorientierungtogo.at
  • Let’s Walz: Mit „Let’s Walz“ haben Lehrlinge aus allen Branchen der NÖ Wirtschaft die Chance, vier Wochen im Ausland in einem ihrem Lehrberuf entsprechenden Betrieb mitzuarbeiten. Teilnehmen können alle Lehrlinge aus niederösterreichischen Lehrbetrieben ab dem zweiten Lehrjahr (Mindestalter 16 Jahre).
  • Wakany-Volksschultheater: Drei erfahrene Schauspieler:innen kommen an die Schule und zaubern die Kinder (Altersstufe 1.- 4. Klasse VS) mit der Figur Wakany in eine Berufs-Märchenwelt. Im Anschluss an die ca. 30-minütige Aufführung werden die Inhalte des Stücks mit den Schüler:innen interaktiv aufbereitet (Dauer ca. 10 – 15 Minuten).
  • Masterlehrgang für Berufsorientierung: An der Hochschule NÖ in Baden wurde ein Meilenstein in der Ausbildung von Lehrkräften etabliert. Hier werden Lehrkräften die wichtigsten BO-Themen und die aktuellen Ausbildungstrends vermittelt. Zudem gibt es begleitende Studien, die laufend aktualisiert werden. Auch die Eltern sollten bestmöglich eingebunden werden.
    www.ph-noe.ac.at

Lehrlingszahlen steigen weiter
Die Zahl der Lehranfänger ist in Niederösterreich im Mai 2023 weiter gestiegen. Mit Stand Ende Mai haben 5.439 (Mai 2022: 5.368) junge Menschen in den niederösterreichischen Lehrbetrieben eine Lehre begonnen, das ist ein Anstieg um 71 Lehranfänger bzw. 1,3 Prozent. Nicht nur die Zahl der Lehranfänger ist im Vergleichszeitraum gestiegen, auch die Gesamtzahl der Lehrlinge ist von 16.237 im Mai 2022 auf 16.326 im Mai 2023 gestiegen. Mit 7.702 jungen Menschen in der dualen Ausbildung gibt es die meisten Lehrverträge im Gewerbe & Handwerk, gefolgt vom Handel mit 2.513 Lehrlingen und der Industrie mit 2.244 jungen Menschen in der Lehre. Auch die Zahl der Lehrbetriebe hat zugenommen: Im Mai 2023 bildeten 4.389 Betriebe Lehrlinge aus, um 27 Betriebe mehr als noch im Mai 2022.

Fotocredit: Andreas Kraus

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