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Ein verregneter Mai und Juni trüben die Bilanz der rund 140 niederösterreichischen Bäderbetriebe. „Die ungewöhnliche Hitzeperiode im August hat den Sommer definitiv gerettet. Unterm Strich blicken wir auf eine durchschnittliche Saison ohne Rekorde und Zugewinne zurück“, erklärt Kurt Staska, Sprecher der NÖ Bäder in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ).

Konnten Niederösterreichs Bäder im Vorjahr über einen durchschnittlichen Besucherzuwachs von 10 Prozent jubeln, ist heuer Ernüchterung eingekehrt. „Die Saison war zufriedenstellend, Rekorde gab es allerdings keine“, resümiert Kurt Staska, Sprecher der Bäder in der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) und Betreiber des Badener Strandbads. Vor allem der kühle und verregnete Start in den Sommer brachte die Bäderbetreiber von Anfang an unter Zugzwang. „Mai und Juni waren schlichtweg zum Vergessen“, sagt Staska und führt weiter aus: „Der Juli hingegen konnte einiges wieder wettmachen, ehe Anfang August wieder ein Schlechtwettereinbruch für Verluste sorgte.“ Die Hitzewelle Mitte August habe den Sommer gerettet und für einen versöhnlichen Abschluss gesorgt.

Für Niederösterreichs Bäder war es eine durchwachsene Saison. © Doris Schwarz-König

Hoffen auf goldenen Herbst
Während die meisten kleine(ren) Bäder mit Schulstart schließen, haben einige größere, wie das Badener Strandbad, noch bis Ende September geöffnet. Vor allem die Saisonkartenbesitzer und treuen Stammkunden können die Besucherzahlen nochmals nach oben korrigieren. „In einem sehr guten Septembermonat zählen wir in Baden schon mal 25.000 Gäste“, gibt Staska ein Beispiel und betont: „Das schlägt sich in den Kassaeinnahmen zwar nicht groß nieder, hilft aber der Gastronomie. Alles in allem war es für die rund 140 Bäder eine wenig spektakuläre, dennoch eine zufriedenstellende Saison.“

Kurt Staska, Sprecher der Bäder in der Wirtschaftskammer Niederösterreich. © Tanja Wagner

Trockenheit, Energie und Sicherheit
Leichte Entspannung gab es in diesem Jahr bei Wasserknappheit und Trockenheit. „Das war heuer nur am Rande Thema.“ Die hohen Energiepreise machen den Betrieben allerdings zu schaffen. „Viele Bäder haben in den letzten Jahren massiv in die Errichtung von PV-Anlagen investiert. Das kam ihnen heuer sicherlich zugute. Der Trend geht auch künftig weiter in Richtung Energieautarkie“, erklärt Staska. Auch der Einsatz von Sicherheitspersonal in den Betrieben sei ein Thema, das immer mehr an Brisanz gewinnt. „Polizei-Einsätze wie in Deutschland gab es hierzulande zum Glück keine, allerdings sind Bäder ein Ort für alle, an denen unterschiedliche kulturelle Schichten zusammenkommen. Das kann natürlich, auch angesichts des hitzigen Wetters, zu herausfordernden Situationen führen. Der Einsatz von Sicherheitspersonal kann hier ein möglicher Weg sein.“

Nachholbedarf bei Schwimmlernkursen: „Eltern sind in der Pflicht“
Großen Nachholbedarf sieht Staska bei den Schwimmkursen. „Die Situation war vor der Pandemie schon bedenklich und hat sich während Corona noch verschärft. Viele Schwimmkurse sind ausgefallen. Hier appellieren wir an die Schulen, wieder verstärkt mit den Kindern schwimmen zu gehen. In der Hauptverantwortung stehen aber die Eltern, ihren Kindern das Schwimmen beizubringen“, betont Staska und ergänzt: „Immerhin gehört Ertrinken bei Kindern zu den häufigsten Todesursachen.“

Foto: © Tanja Wagner

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