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Helmut Schwarzl, Spartenobmann der NÖ Industrie, schlägt Alarm: „Wir müssen ein klares Signal an Unternehmen senden, dass es sich auch in Zukunft lohnt, in den Standort zu investieren. Die Uhr tickt immer schneller.”

Mit Ende 2022 ist das Stromkosten-Ausgleichsgesetz (SAG) in Österreich ausgelaufen, seitdem ist nichts passiert. Für eine Fortführung fehlt der politische Entschluss. In den
Nachbarländern ist das anders: Die überwiegende Mehrheit der EU-Staaten, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, die Slowakei und die Tschechische Republik, haben die Stromkostenkompensation mit Genehmigung der EU-Kommission umgesetzt und größtenteils langfristig verankert.

WKNÖ-Industrie-Spartenobmann Helmut Schwarzl drängt auf eine rasche und langfristige Umsetzung der Strompreiskompensation. Foto: © Josef Bollwein

Die Strompreiskompensation ist eine effiziente Maßnahme, um besonders energieintensive Betriebe von den indirekten CO2-Kosten im Strompreis zu entlasten. „Wir fordern die sofortige, dauerhafte Umsetzung der Strompreiskompensation in Österreich bis 2030 inklusive der gesicherten Budgetierung der erforderlichen Mittel. Die Beantragung und auch die Auszahlung müssen noch 2024 erfolgen. Das heißt: Die Uhr tickt immer schneller“, warnt Helmut Schwarzl, Industrie-Spartenobmann in der Wirtschaftskammer NÖ. Eine weitere Vertagung der Entscheidung, wie erst vor kurzem im Nationalrat erfolgt ist, schadet allen.

Die EU-Emissionshandelsrichtlinie enthält eine klare Grundlage für die Mitgliedsstaaten, die indirekten CO2-Kosten beihilferechtskonform auszugleichen. Damit soll eine Verlagerung oder gar Abwanderung der Produktion in Drittstaaten verhindert werden. „Nur so können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Immer mehr unserer Industrieunternehmen müssen bereits ihren Beschäftigtenstand reduzieren, Überlegungen für Standortverlegungen werden intensiver“, drängt Schwarzl auf eine rasche Umsetzung der Stromkostenkompensation. „Denn wo Arbeitsplätze, Produktion und Standorte einmal verloren sind, dort kommen sie nur schwer wieder zurück. Wir müssen ein klares Signal an die niederösterreichischen Unternehmen senden, dass es sich auch in Zukunft lohnt, in den Standort zu investieren“, betont der Spartenobmann.

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