NÖ Symposium macht auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam

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Geschäftsführerin Michaela Egger (NÖ Gewaltschutzzentrum), Elisabeth Eckhart (Frauenberatung Waldviertel), Vorstandsvorsitzender Erich Lehner (Dachverband für Männerberatung Österreich), Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Rechtsanwältin Petra Smutny (Autorin), Albin Dearing (European Union Agency for Fundamental Rights), Lisa Gadenstätter (ORF)
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LR Teschl-Hofmeister: „Präventionsarbeit war und ist wichtiger Schwerpunkt“

ST. PÖLTEN. Das ganztägige Symposium „Achtsames Miteinander, Leben ohne Gewalt“ im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten machte auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam und lud zum gemeinsamen austauschen und vernetzen ein. Mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind der Einladung der Fachstelle für Gewaltprävention und des Generationenreferates des Landes Niederösterreich, sowie der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich, gefolgt. „Anlass für das Symposium ist die internationale Kampagne ‚16 Tage gegen Gewalt an Frauen‘ die auch heuer wieder in Niederösterreich begangen wird und die 10-jährige Zusammenarbeit der Fachstelle für Gewaltprävention und der Pädagogischen Hochschule, im Sinne der Gewaltprävention“, erklärt Frauen-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister im Rahmen ihrer Eröffnungsrede.

Im Vormittagsprogramm drehte sich alles rund um die Themen Gewaltschutz-Opferrechte-Täterarbeit. Dazu gab es verschiedene Fachvorträge, etwa von Rechtsanwältin und Autorin Petra Smutny zum Thema ‚Moderner Opferschutz 3.0‘, in dem sie auf die Entwicklung des Gewaltschutzgesetzes einging. Albin Dearing, European Union Agency for Fundamental Rights, präsentierte die Studie ‚Frauen als Opfer von Partnergewalt`, aus Perspektive der betroffenen Opfer als Zeuginnen vor Gericht. In einer anschließenden Gesprächsrunde diskutierten Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Elisabeth Eckhart, Leiterin der Frauenberatungsstelle Zwettl, sowie Michaela Egger, Leiterin des Gewaltschutzzentrums NÖ, und Erich Lehner, Obmann Dachverband Männerarbeit Österreich, zu diesem gesellschaftspolitisch wichtigen Thema. Der Nachmittag stellte die Präventionsarbeit in den Schulen und Bildungseinrichtungen in den Mittelpunkt. Dazu wurden verschiedenste Workshops angeboten. Dies etwa waren ‚Achtsamkeit von Anfang an‘, ‚Achtsamer Umgang im Netz‘, oder ‚Zivilcourage – Achtsamkeit im öffentlichen Raum‘.

In einer Pressekonferenz im Vorfeld des Symposiums betonte Frauen- und Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister die hohe Priorität der Präventionsarbeit im Bereich der Vermeidung der Entstehung von Gewalt: „Die Präventionsarbeit war und ist uns in Niederösterreich ein wichtiger Schwerpunkt. So setzen wir bereits in den Schulen und Bildungseinrichtungen an.“ Die Fachstelle Gewaltprävention des Landes Niederösterreich hat in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich auch heuer zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen zur Mobbingprävention für Lehrkräfte und Sozialpädagoginnen und -pädagogen durchgeführt. „Die insgesamt 217 TeilnehmerInnen der Workshops waren LehrerInnen, SchulsozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen, SchulärztInnen, Personen aus der Jugendarbeit“, so Teschl-Hofmeister.

Neben der Präventionsarbeit habe Österreich mit seinen zahlreichen Gewaltschutzmaßnahmen und mit dem Gewaltschutzgesetz zwar eine Vorreiterrolle im Bereich des Gewaltschutzes eingenommen, dennoch müsse man auch hierzulande die Augen weiterhin offenhalten: „Letztes Jahr 2018 waren es in Österreich gesamt 41 Frauenmorde, davon in Niederösterreich 13. Die aktuellen Zahlen zeigen damit erneut, dass dieses Thema einer laufenden Präventionsarbeit und einer guten Zusammenarbeit aller involvierten Stellen bedarf,“ so Teschl-Hofmeister. Vor allem die Zusammenarbeit und Vernetzung aller Expertinnen und Experten in den Bereichen Gesundheits- und Polizeiwesen, im Bildungsbereich und Fraueneinrichtungen sei ihr ein besonderes Anliegen und so wurde diese durch die Einberufung eines Runden Tisches im Frühjahr forciert. Im Vordergrund stehen dabei neben der Enttabuisierung des Themas auch die Erarbeitung und die Umsetzung von konkreten Strategien und Maßnahmen gegen häusliche und sexualisierte Gewalt, sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema.

Foto: Büro LR Teschl-Hofmeister

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