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Der Nahversorger im Gemeindezentrum Krummnußbaum bot am 21. Februar 2024 den Angelpunkt zur Fortsetzung des erfolgreichen Fördermodells NAFES (Niederösterreichische Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Einkaufs in Orts- und Stadtzentren): Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wirtschaftskammer NÖ-Präsident Wolfgang Ecker präsentierten neben einer aktuellen Bilanz die Eckpunkte für die nächste Förderperiode 2024-2026.

Die Sicherung der Nahversorgung ist nur ein Förderschwerpunkt der NAFES und der Nahversorger im Gemeindezentrum Krummnußbaum nur eines der erfolgreichen Beispiele. Vor mehr als 25 Jahren wurde die NAFES als Kooperation des Landes Niederösterreich und der Wirtschaftskammer Niederösterreich ins Leben gerufen. Nun geht diese blau-gelbe Pionierleistung als Erfolgsmodell in die 7. Förderperiode.

„Die NAFES ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich eine Aktion immer wieder an neue Rahmenbedingungen anpasst, um die aktuellen Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen,“ erklärte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zwei Erfolgspfeiler dieser Kooperation mit der Wirtschaftskammer NÖ und erklärte auch gleich die inhaltliche Ausrichtung: „Die Arbeit der NAFES zielt auf lebendige Orts- und Stadtzentren ab, die ihrer Bevölkerung neben einer gesicherten Nahversorgung eine vielfältige Palette von Einkauf, Dienstleistung, Gastronomie und Freizeitspaß bieten können. Unterstützung wollen wir auch weiterhin durch zielgerichtete Marketingmaßnahmen und nötige Infrastrukturmaßnahmen und natürlich die Erhaltung der Nahversorgung leisten. Mit der Wirtschaftskammer Niederösterreich haben wir dabei einen sehr verlässlichen Partner.“

Wirtschaftskammer NÖ Präsident Wolfgang Ecker, ADEG-Kauffrau Daniela Kern und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim Rundgang durch den ADEG-Markt in Krummnußbaum.

Die gute Zusammenarbeit lobte auch der Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Wolfgang Ecker: „Die NAFES ist nicht nur beispielhaft in ganz Österreich, ihr Erfolgsrezept ist auch Vorbild für das Miteinander von Gemeinde, lokalem Handel und Bevölkerung. Dass wir mit dieser Förderaktion immer wieder flexibel auf die Bedürfnisse der Menschen und die Anforderungen von Gemeinden sowie der lokalen Wirtschaft reagieren können, liegt nicht zuletzt an der guten Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich. Gemeinsam schaffen wir belebte Ortskerne und in der Folge Lebensqualität für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher.“

Bewährte Strukturen werden fortgesetzt.

Die neue Förderperiode der NAFES läuft wieder über drei Jahre von 2024 bis 2026 und soll weiterhin als Zielgruppen NÖ Gemeinden oder 100% Tochtergesellschaften von Gemeinden sowie Wirtschaftsvereine oder ähnliche Organisationsformen der Wirtschaft in ihren Bemühungen um lebendige, lebenswerte Orts- und Stadtzentren unterstützen.

Der finanzielle Rahmen sieht dabei folgende Eckdaten vor:

  • Finanzielle Ausstattung: jährlich Euro 1,2 Mio., wovon 75 % vom Land NÖ und 25 % von der WKNÖ bedeckt werden
  • Förderhöhe bei Marketingmaßnahmen und Infrastrukturellen Projekten: bis zu 30 %, max. € 100.000,-
  • Förderhöhe bei Nahversorgungsprojekten: bis zu 40 % bzw. max. € 125.000,- sowie bei „Läden ohne Verkaufspersonal“ max. € 25.000,-

Damit werden die bestehenden inhaltlichen Schwerpunkte der NAFES weitergeführt:

  • Infrastrukturelle Investitionen und kombinierte kommunale Maßnahmen
  • Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs (Sicherung der Nahversorgung)
  • Marketingmaßnahmen

Dazu Landeshauptfrau Mikl-Leitner: „Unsere Förderrichtlinie bietet gerade in den Schwerpunkten Marketingmaßnahmen und Infrastrukturelle Maßnahmen viel Flexibilität, um Gemeinden und Wirtschaftsvereine beim Umgang mit neuen Trends zu unterstützen. Ich denke da beispielsweise an die zunehmende Digitalisierung oder an Kombinationsprojekte des Handels mit Gastronomie, Tourismus und Gewerbe.“ Daher habe sich, so die Landeshauptfrau, kein grundsätzlicher inhaltlicher Änderungsbedarf bei diesen beiden Förderschwerpunkten ergeben. Auf etwaige Mehrfachförderungen und die Wiederholung von Projekten wird allerdings verstärkt geachtet, um den Impulscharakter der NAFES-Unterstützung zu wahren. 

Aktuelle Entwicklungen im Blick.

Hinsichtlich der Sicherung der Nahversorgung will die NAFES aktuellen Entwicklungen gezielt Rechnung tragen und vor allem die Vielfalt unterschiedlicher Nahversorgermodelle unterstützen. Aufgrund des vermehrten Kostendrucks in vielerlei Bereichen einerseits, aber auch mit Blick auf die Chancen der Digitalisierung andererseits, differenzieren sich die Nahversorgermodelle im ländlichen Raum immer mehr aus, wie WK-NÖ-Präsident Ecker ausführt: „Die Palette reicht heute vom Lebensmittelmarkt mit Vollausstattung und Zusatzangeboten wie Café-Ecke, Postpartner etc. über Hybridmärkte mit angepassten Öffnungszeiten, Teilzeitbesetzung und eingeschränkter Auswahl bis hin zum „Laden ohne Verkaufspersonal“. Der altbekannte Slogan ‚Handel im Wandel‘ trifft gerade heute auf die Nahversorgung zu.“

Diesen Entwicklungen wurde Rechnung getragen durch:

  • die Anhebung der maximalen Förderhöhe auf Euro 125.000,-
  • die Förderfähigkeit neuer, kleinerer Modelle mit Vollsortiment im Ortskern mit bis zu Euro 25.000,-
  • die Berücksichtigung der neuen De-Minimis-Bestimmungen (Schwellenwerterhöhung von € 200.000,- auf € 300.000,- innerhalb von 3 Jahren)
  • die Übernahme der Kriterien der Förderaktion „Nah versorgt“ zur Führung eines Nahversorgers mit Vollsortiment (nicht mehr als 10 Betriebsstätten, Verkaufsfläche max. 500 m² pro Betriebsstätte, Öffnungszeiten mindestens 5-mal wöchentlich, Jahresgesamtnettoumsatz (in allen Geschäftsbereichen) max. € 2,5 Mio. pro Betriebsstätte)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wirtschaftskammer NÖ Präsident Wolfgang Ecker unterzeichneten die Verlängerung für die NAFES-Aktion.

Erfolgsgeschichte seit mehr als 25 Jahren

Die Förderaktion NAFES unterstützt seit 1998 niederösterreichische Gemeinden, Stadtmarketing-Organisationen und Wirtschaftsvereine bei deren Maßnahmen zur Stärkung des innerörtlichen Handels. In Form von 3- bis 5jährigen Kooperationsvereinbarungen wurde die Förderaktion bisher – unter anderem basierend auf internen und externen Evaluierungen – fünf Mal verlängert. LH Mikl-Leitner: „Niederösterreich ist bekannt dafür, Vorreiter für kreative Ideen und Kooperationsmodelle zu sein. Und mit der NAFES hat wieder einmal österreichweit einzigartiges blau-gelbes Pioniermodell Erfolgsgeschichte geschrieben!“

NAFES Statistik 2021-2023:

Projekte Förderung Investitionskosten
Infrastrukturelle Maßnahmen 14 €           238.567,17  €             940.661,18
Sicherung der Nahversorgung 29 €        1.162.008,15  €          4.645.150,79
Marketingmaßnahmen 113 €           889.083,47  €          3.112.606,00
156 €      2.289.658,79  €        8.698.417,97

 

NAFES Gesamtbilanz 1998 bis 2023:

Projekte Förderung Investitionskosten
Infrastrukturelle Maßnahmen 261 €              6.187.374,76  €          38.321.217,49
Sicherung der Nahversorgung 209 €              9.369.680,85  €          39.523.507,84
Marketingmaßnahmen 738 €              5.747.055,41  €          19.888.431,10
Pilotprojekte 14 €              1.823.344,64  €          27.378.759,15
1222 €          23.127.455,66  €      125.111.915,58

Foto: © Imre Antal

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