Ein voller Schlosspark, ein begeistertes Publikum und Musik von Schubert bis Elvis: Die Open-Air-Premiere der Herbst-Schubertiaden wurde zum generationenübergreifenden Highlight. Am 13. September geht es im Schubert Schloss Atzenbrugg weiter – zunächst bei freiem Eintritt mit „Franz Schubert und die Slowakei“, danach verbindet Cornelius Obonya bei ‚Haydn und die Jazz‘ die Lyrik von Robert Burns mit Haydn, Jazz und Improvisation.“
Es war noch einmal einer dieser herrlichen Sommerabende: Bei der ersten Open-Air-Ausgabe der Herbst-Schubertiaden trafen unter dem Titel „Liedermacher“ Generationen ebenso selbstverständlich aufeinander wie musikalische Welten. Gitarrist und Schubert-Experte Oliver Woog und Sänger Georg Klimbacher spannten den Bogen über zwei Jahrhunderte Musikgeschichte: von Franz Schubert über österreichische Liedermacher wie Rainhard Fendrich und Ludwig Hirsch bis zu Elvis Presley, Frank Sinatra und Dean Martin. Und das Publikum machte begeistert mit – an jenem Ort, an dem einst schon Franz Schubert mit seinem Freundeskreis musizierte und feierte. Für die anwesende KS ldikó Raimondi, Intendantin der Schubertiaden, bestätigte der Abend eine zentrale Idee der Programmgestaltung: Musik ohne Schwellenangst erlebbar zu machen. „Schubert darf neben Elvis stehen, Kunstlied neben Pop und Rock – nicht als Gegensatz, sondern weil große Musik unabhängig von Genre und Jahrhundert Menschen erreicht“, meint sie.
13. September: Ein Sonntag zwischen Schubert, Slowakei, Haydn und Jazz
Schon am 13. September geht es im Schubert Schloss Atzenbrugg weiter – und diesmal wird aus einem Konzert gleich ein ganzer Tag musikalischer Begegnungen. Den Auftakt macht am Vormittag die Matinee „Franz Schubert und die Slowakei“, die in Zusammenarbeit mit dem Slowakischen Institut in Wien stattfindet. Der Eintritt ist frei, um Sitzplatzreservierung wird gebeten. Mit den beiden jungen slowakischen Sopranistinnen Andrea Vizvári und Marianna Geleneky sowie der Pianistin Krisztina Marouf, Mitbegründerin der „Franz Schubert Gesellschaft“ in der Slowakei und künstlerische Leiterin des Hummel Festivals, richtet sich der Blick auf Schuberts Verbindungen zum Nachbarland. Auf dem Programm stehen frühe Gesangsstudien, Lieder und Klavierwerke Schuberts – darunter „Der Blumenbrief“ D 622, „Das Marienbild“ D 623, „Blondel zu Marien“ D 626, die „Ungarische Melodie“ D 817 und die „6 Deutschen Tänze“ D 820. Zwischen den Musikstücken erzählen die Künstlerinnen von den Werken, Schuberts Leben und Freundeskreis sowie von Hummels Bedeutung als Zeitgenosse und musikalischem Einflussfaktor. So wird aus der Matinee eine zugängliche Begegnung mit der Lebenswelt des Komponisten.

Cornelius Obonya: „Haydns Musik leicht zu verjazzen ist immer eine Lust!“
Am Nachmittag gehört die Bühne dann Schauspiel-Ikone Cornelius Obonya und einem Crossover-Projekt, das verkörpert, wofür die Herbst-Schubertiaden stehen: „Haydn und die Jazz“ bringt Klassik, Literatur, Jazz und Improvisation zusammen. Gemeinsam mit Kontragitarrist Peter Havlicek, Mundharmonika-Virtuose Bertl Mayer, Geigerin Emily Stewart und Perkussionist Peter Rosmanith überschreitet Obonya lustvoll musikalische und literarische Grenzen. Im Zentrum stehen Joseph Haydn und der schottische Dichter Robert Burns. Warum diese Kombination funktioniert? Für Obonya liegt das auf der Hand: „Haydns Musik leicht zu verjazzen ist immer eine Lust zu hören, finde ich. Und Burns’ Lyrik passt dazu. Beide haben ihre Musik gefühlt und gedacht.“ Gerade Burns’ Texte haben es dem Schauspieler angetan. Was ihn daran fasziniert, beschreibt Obonya als „die zärtliche Brutalität seines Ausdrucks“. Dazu komme „die immer mitschwingende Erkenntnis, dass die mit der Macht nicht die sind, denen man alles unterordnen sollte“. Und über allem stehe die Liebe: Sie sei bei Burns „das alles Erfüllende, das einem Menschen alles gibt, was er oder sie braucht“.
Obonya selbst wäre sich im Schubert’schen Freundeskreis offenbar bestens aufgehoben vorgekommen „Natürlich hätte ich mich unter solchen Menschen wohlgefühlt. Schubert ist der alles durchdringende Gefühlsmensch. Für mich eine der Kronen der Musik überhaupt.“
13. September 2026 | Schubert Schloss Atzenbrugg
11 Uhr: Matinee „Franz Schubert und die Slowakei“
Eintritt frei, Sitzplatzreservierung erbeten unter info@schubertschloss.at
16 Uhr: „Haydn und die Jazz“ mit Cornelius Obonya, Peter Havlicek, Bertl Mayer, Emily Stewart und Peter Rosmanith, Karten nur noch im Nebensaal, Karte €38,- Bestellung unter: info@schubertschloss.at