Nach Jahrzehnten an der Spitze von Petzenkirchen übergibt Lisbeth Kern das Zepter an den EU-Abgeordneten Günther Sidl.
Es ist ein Abschied auf dem absoluten Höhepunkt einer außergewöhnlichen politischen Karriere, wie man sie in der heutigen Zeit nur noch selten findet. Lisbeth Kern, die Frau, die über Jahre hinweg als Österreichs am längsten dienende Bürgermeisterin galt, verlässt die kommunalpolitische Bühne nicht etwa leise, sondern mit einem Paukenschlag, der ihre tiefe Verwurzelung in der Gemeinde unterstreicht.
Noch bei der Gemeinderatswahl 2025 bewies sie ihre ungebrochene Popularität, als sie das ohnehin schon beeindruckende Ergebnis der SPÖ um weitere fünf Prozentpunkte auf furiose 61,61 Prozent nach oben schraubte. Es ist das Zeugnis einer Ära, die von Kontinuität, Bürgernähe und einem unermüdlichen Einsatz für die Heimat geprägt war, und dennoch markiert dieser Tag nun den bewussten Schritt zur Seite, um Platz für ein neues Kapitel in der Geschichte von Petzenkirchen zu machen.

Der Staffelstab geht dabei in Hände über, die sowohl lokal als auch auf dem internationalen Parkett erfahren sind. Mit der einstimmigen Wahl von Günther Sidl zum neuen Bürgermeister setzt die Gemeinde auf eine Persönlichkeit, die als EU-Abgeordneter bereits bewiesen hat, dass er dicke Bretter bohren kann. Die Fußstapfen, die Kern hinterlässt, sind zweifellos groß, doch der Übergang wirkt harmonisch und strategisch klug gewählt. Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren und die Bedeutung dieses Amtes hervorzuheben, das er als eine der schönsten und zugleich wichtigsten Aufgaben innerhalb der Republik bezeichnete. In der feierlichen Atmosphäre der Übergabe schwang neben dem Stolz auf das Erreichte auch die Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen mit, die Sidl nun mit frischem Elan und einer breiten Basis im Rücken angehen wird. Während Kern für ihre Lebensleistung gewürdigt wurde, richteten sich die Blicke bereits nach vorne auf eine Zukunft, in der europäische Weitsicht und dörfliche Gemeinschaft in Petzenkirchen Hand in Hand gehen sollen.