Besucherrekord, restlos ausverkaufte Schubertiaden und eine gefeierte Open-Air-Premiere: Das Schubert Schloss Atzenbrugg blickt auf ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr zurück. Neben musikalischen Höhepunkten sorgten eine renommierte Auszeichnung und zahlreiche Veranstaltungen für Strahlkraft weit über die Region hinaus. 2027 wird unter dem Motto „Der Fackelträger“ ein neues Kapitel aufgeschlagen – auch im Museum wartet eine besondere Überraschung.
Atzenbrugg, Oktober 2026. Franz Schubert hätte seine Freude gehabt: Wo der Komponist einst mit seinem Freundeskreis musizierte, feierte und unbeschwerte Sommertage verbrachte, ist die Musik heute wieder allgegenwärtig. Das Schubert Schloss Atzenbrugg hat sich zu einem lebendigen Treffpunkt für Kulturbegeisterte, Familien und Menschen aus der Region und darüber hinaus entwickelt. Die Bilanz des Jahres 2026 kann sich sehen lassen: Insgesamt 3.300 Besuche wurden bei Konzerten und im Museum verzeichnet, sämtliche Konzerte der Schubertiaden unter der Intendanz von KS Ildikó Raimondi waren ausverkauft. Auch die Premiere eines Open-Air-Konzerts begeisterte vor ausverkauftem Haus. Dazu kamen zahlreiche Gruppenführungen, Schulklassen, Feste und Veranstaltungen, die das historische Schloss und sein Gelände mit Leben erfüllten.

Schubertiaden 2026: Große Stimmen, außergewöhnliche Begegnungen
Unter dem Leitmotiv „Leben – Liebe – Vergänglichkeit“ entfalteten die Schubertiaden von 31. Mai bis 4. Oktober erneut ihre besondere Anziehungskraft. Intendantin KS Ildikó Raimondi setzte dabei auf eine ebenso anspruchsvolle wie abwechslungsreiche Programmgestaltung, die klassische Liedkunst mit Literatur, Wissenschaft, Jazz und Volksmusik verband.. Für ungewöhnliche Perspektiven sorgte etwa der Gerichtsmediziner Christian Reiter, der sich Schuberts Leben und Tod aus wissenschaftlicher Sicht näherte. Bei „Haydn und die Jazz“ wiederum trafen musikalische Traditionen auf neue Interpretationen und den unverwechselbaren Vortrag von Cornelius Obonya. Ein besonderer gesellschaftlicher Höhepunkt war die ausverkaufte „Landpartie auf Schuberts Spuren“ am 27. September mit KS Ildikó Raimondi, Bariton Günter Haumer und den Philharmonia Schrammeln. Unter den Gästen der Schubertiaden befanden sich unter anderem Altbundespräsident Heinz Fischer und seine Frau Margit, Elisabeth Gürtler, Regisseur Robert Dornhelm und Eventveranstalter Gery Keszler. Den musikalischen Schlusspunkt der Saison setzte am 4. Oktober „Orgel trifft Volksmusik“ mit dem Familiengesang Knöpfl.
„Die heurigen Schubertiaden waren ein großartiger Erfolg. Dank unserer künstlerischen Leiterin Ildikó Raimondi sind diese musikalischen Nachmittage zu Geheimtipps in der Kulturszene geworden. Wenn alle Konzerte ausverkauft sind, wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das bestätigt das Engagement aller Beteiligten. Ich freue mich schon auf das Jahr 2027, auf weitere interessante Begegnungen und fantastische Konzerte“, zieht die Atzenbrugger Bürgermeisterin Beate Jilch erfreut Bilanz.
2027: Schubert als „Der Fackelträger“
Auch für die kommende Saison hat Raimondi bereits eine ebenso spannende wie symbolträchtige Leitidee entwickelt. Unter dem Motto „Der Fackelträger“ rückt das Jahr 1827 in den Mittelpunkt – jenes Jahr, in dem Ludwig van Beethoven starb. Bei dessen Begräbnis am 29. März 1827 gehörte der damals 30-jährige Franz Schubert zu den Fackelträgern. Er erwies damit seinem großen Vorbild die letzte Ehre und sollte selbst zu einer der prägendsten Stimmen einer neuen musikalischen Epoche werden. „Die Schubertiaden 2026 haben gezeigt, wie lebendig Schuberts Musik auch fast 200 Jahre nach seinem Tod ist. 2027 steht unsere Saison unter dem Motto ‚Der Fackelträger‘. Für mich ist das ein wunderbares Sinnbild: Schubert erwies seinem großen Vorbild Beethoven die letzte Ehre und wurde selbst zu einem Wegbereiter einer neuen musikalischen Epoche. Diesem faszinierenden Übergang, dem Weitertragen des musikalischen Feuers von einer Generation zur nächsten, wollen wir in der kommenden Saison nachspüren“, erklärt KS Ildikó Raimondi, Intendantin der Schubertiaden Atzenbrugg.
Premiere unter freiem Himmel: Das erste Open-Air
Ein besonderes Highlight der Saison war die erste Open-Air-Ausgabe am 29. August. Unter dem Titel „Liedermacher – Schubert bis Elvis … und viele mehr!“ nahmen Gitarrist und Schubert-Experte Oliver Woog und Sänger Georg Klimbacher die 200 Gäste im ausverkauften Schlosspark mit auf eine musikalische Zeitreise durch zwei Jahrhunderte. Von Franz Schubert über österreichische Liedermacher wie Ludwig Hirsch und Rainhard Fendrich bis zu Elvis Presley, Frank Sinatra und Dean Martin reichte das Programm. KS Ildikó Raimondi dazu: „Schubert darf neben Elvis stehen, Kunstlied neben Pop und Rock – nicht als Gegensatz, sondern weil große Musik unabhängig von Genre und Jahrhundert die Herzen der Menschen erreicht.“
Tourismusstars 2026: aAusgezeichnetes Kulturerbe – ein Schloss mit Strahlkraft
Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war die Auszeichnung des Schubert Schlosses Atzenbrugg als „Kulturerbe-Botschafter des Jahres – Niederösterreich“ im Rahmen der Tourismusstars 2026. Bei der Verleihung am 28. April im Wiener Rathaus wurde das Schloss mit 82 Sternen gewürdigt. Eine Anerkennung, die seine Bedeutung als kulturelles Erbe ebenso unterstreicht wie seine Attraktivität als zeitgemäßes Ausflugsziel. Dazu trägt insbesondere das rund 600 Quadratmeter große, interaktiv gestaltete Schubert-Museum bei. Es macht das Leben und Wirken des Komponisten auf vielfältige Weise erlebbar und spricht damit nicht nur ausgewiesene Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber an. Zahlreiche Gruppenführungen und Besuche von Schulklassen zeigten auch 2026, wie groß das Interesse an einer lebendigen Vermittlung von Musikgeschichte ist.
Ein besonderes Anliegen bleibt die Förderung junger Menschen. Formate wie der Kreativwettbewerb „Schubert Reloaded“ und die Jugend-Schubertiade mit jungen Talenten der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) und der Universität Mozarteum Salzburg schlagen eine Brücke zwischen dem musikalischen Erbe Franz Schuberts und einer neuen Generation.
Ein pulsierender Mittelpunkt der Region
Das Schloss ist längst auch Schauplatz regionaler Feste und gemeinschaftlicher Erlebnisse geworden – von Veranstaltungen der Musikschule und Feuerwehr bis hin zu großen musikalischen Festen. So stand das Schlossgelände am 19. und 20. September ganz im Zeichen der Blasmusik: Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Blasmusik Heiligeneich wurde das Bezirksmusikfest mit Marschmusikbewertung gefeiert. Mehr als 15 Gastkapellen, ein abwechslungsreiches Festprogramm und ein gemeinsames großes Konzert im Schlosshof machten das Wochenende zu einem besonderen Ereignis für die Region. „Viele Besucherinnen und Besucher, zahlreiche geführte Gruppen und Schulklassen – das Schubert Schloss Atzenbrugg lebt! Es ist zu einem pulsierenden Ort der Region geworden. Ob Feuerwehr-, Musikschul- oder Blasmusikfest: Ein Museum ist ein Ort gelebter Erinnerungskultur. Genau das verstehen wir unter zeitgemäßer Vermittlung, die Franz Schuberts Musik ins Heute transferiert und Menschen jeden Alters erreicht. Besonders freuen mich die Synergien zwischen den Konzerten und unserer Ausstellung“, betont Agnes Brandtner, Kuratorin des Schubert-Museums.
Vom stimmungsvollen Advent bis zu neuen Überraschungen 2027
Auch nach dem Ende der Konzertsaison lohnt sich ein Besuch in Atzenbrugg. Das Schubert-Museum ist noch bis einschließlich 26. Oktober 2026 geöffnet, bevor es in die Winterpause geht. Mitte April 2027 startet die neue Museumssaison – und die verspricht besondere Überraschungen: Neben neuen Ausstellungsstücken wird auch ein besonders außergewöhnliches Exponat zu sehen sein. „Wir freuen uns ganz besonders auf ein neues, zentrales Ausstellungsobjekt, das alle Schubert-Fans im Herzen berühren wird“, verrät Kuratorin Agnes Brandtner – ohne schon zu viel vorwegzunehmen. Doch auch während der Museumspause bleibt es rund um das Schloss lebendig: Von 27. bis 29. November 2026 lädt der traditionelle Adventmarkt wieder in das historische Schlossensemble. Regionale Aussteller, musikalische Darbietungen und ein stimmungsvolles Ambiente versprechen eine wohltuende Alternative zum Trubel großer, kommerzieller Weihnachtsmärkte.
Eines steht jedenfalls fest: Das Schubert Schloss Atzenbrugg wird auch 2027 ein Ort sein, an dem Geschichte nicht nur erzählt, sondern gelebt wird. Und an dem Franz Schuberts Musik immer wieder neue Menschen zusammenbringt.