Start Regional Mostviertel Tradition hoch zu Ross: Der Scheibbser Dreikönigsritt

Tradition hoch zu Ross: Der Scheibbser Dreikönigsritt

Foto: © zVg/Stadtgemeinde Scheibbs

Wenn am 6. Januar um 17 Uhr Fanfarenklänge durch die Scheibbser Altstadt hallen, erwacht eine Geschichte zum Leben, die ihren Ursprung im Sommer 1946 fand. Damals wälzten die Brüder Wilhelm und Josef Beer beim Holzschneiden Pläne, um das kulturelle Leben ihrer Heimatstadt nach dem Krieg wiederzubeleben. Was als kühne Idee begann, feierte 1947 Premiere und hat sich bis heute zu einem weit über die Region hinaus bekannten Brauchtumsspektakel gewandelt.

Ein besonderes Herzstück dieser Tradition ist das Lied „Mia san de drei König“, das eine abenteuerliche Entstehungsgeschichte hat. Da die Erinnerungen der Brüder an ein altes Schullied lückenhaft waren, ergänzte Wilhelm Beer die Melodie und den Text aus dem Gedächtnis. Dass diese Zeilen überhaupt erhalten blieben, ist seiner Zeit als Matrose im Zweiten Weltkrieg zu verdanken: Um auf dem Ausguck nicht einzuschlafen, sang er die Strophen immer wieder seinem Kapitän vor. Heute ist diese einzigartige Version sogar im Niederösterreichischen Volksliedwerk verewigt.

Foto: © zVg/Stadtgemeinde Scheibbs

Begleitet von Hirtenkindern und prachtvollen Gabenträgern reiten die Könige von der Klosterkirche zur Stadtpfarrkirche, dem „Dom des Erlauftales“. Dort ziehen sie zur berühmten mechanischen Krippe von 1864 ein, deren Glockenspiel und bewegliche Figuren die Besucher seit Generationen verzaubern. Für die jahrzehntelange Pflege dieses Kulturguts, das heute von der Familie Krenn fortgeführt wird, erhielt der Dreikönigsritt bereits den Scheibbser Kulturpreis. Wer das Fest gebührend ausklingen lassen möchte, findet in den berühmten Scheibbser Kugeln der Konditorei Reschinsky die passende süße Vollendung.

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