Der Song von Reinhard Mey „Über den Wolken“ kam wohl einigen in den Sinn, als sie vorigen Samstag, dem 26. September 2026, das seltene Wetterphänomen einer Hole-Punch-Cloud beobachteten. Der Luftraum fasziniert nicht nur „über“ den Wolken, sondern auch „unter“ den Wolken, wie ich finde. Auf dem Weg von St. Valentin nach Stadt Haag hielt ich an, um ein Foto zu schießen. Tage später dann die Recherche dieser sogenannten Lochwolken.
Reinhard Mey schrieb 1974 eines seiner bekanntesten Lieder „Über den Wolken“. Mey war seit seiner Jugend am Fliegen interessiert und absolvierte 1973 am Flugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel seine Flugausbildung. Der Refrain „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ beschreibt die Gedanken eines Protagonisten, der einem Flugzeug beim Abheben zusieht und gerne mitgeflogen wäre, so ‚Wikipedia.

Am Samstag, dem 26. September 2026, war das Wolkenbild von „unten“ mindestens genauso „grenzenlos“ schön. Vielleicht auch deshalb, weil die genaue Ursache der Entstehung noch nicht restlos erforscht ist. Es wird vermutet, dass sie durch schnell herabfallende Eiskristalle entstehen, die entweder von höhergelegenen Wolken stammen oder von den Triebwerken darüber fliegender Flugzeuge produziert werden. Auf Wikipedia ist zu lesen: „Das Fallen der Eiskristalle ermöglicht es, Wasser aufzunehmen, weil sich die Luftfeuchtigkeit am Eis bindet. Im Zentrum der Wolke kommt es bei ihrem Entstehen zu Schneefall, die Wolke wächst an und der wolkenfreie Abstand zu den Altwolken wird größer. Die Eiskristalle wachsen bei ihrem Sinken in tiefere Luftschichten an und entziehen dabei der Umgebung Feuchtigkeit. Auf diese Art entsteht dort, wo dieses Phänomen auftritt, eine große Lücke in der Wolkenschicht.“
Wolken – ob von „oben“ oder von „unten“ – faszinieren schon immer. Da überrascht es auch nicht, dass Wolken in der Heiligen Schrift fast 70-mal vorkommen. Einmal wurde der Mann Hiob von Gott gefragt: „Weißt du, wie die Wolken schweben?“ Vor rund 3 500 Jahren musste Hiob passen. Bis heute sind noch nicht alle Himmelsphänomene erforscht. Das spielt eigentlich keine große Rolle, denn, so meine Überzeugung an diesem Samstag, dem 26. September 2026, zeigen Naturschauspiele wie diese, wie klein ich, gemessen an der Größe des Schöpfers, wirklich bin. Ich werde mich weiter daran erfreuen und die Einladung Gottes annehmen, die Hiob vor rund 3 500 Jahren erhielt: „Schau zum Himmel hinauf und sieh, beobachte die Wolken, die hoch über dir sind.“
Franz Michael Zagler
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