Das neue Festival „Stimmen der Wildnis“ verwandelt St. Pölten in eine Bühne für Ökoakustik, Kunst und demokratische Mitbestimmung.
Das Knistern des Unterholzes, das vielstimmige Konzert der Vögel oder das ferne Rauschen der Wälder – oft nehmen wir die Natur nur als Kulisse wahr. Doch vom 24. bis 26. April rückt das Museum Niederösterreich in Kooperation mit GLOBART genau dieses Hören ins Zentrum. Das Festival „Stimmen der Wildnis“ bittet die Natur in St. Pölten förmlich ans Mikrofon.

Wenn der italienische Klangkünstler David Monacchi von den bedrohten Gesängen der Regenwälder berichtet, wird schnell klar: Klänge sind weit mehr als Ästhetik; sie sind die Fieberkurve unserer Ökosysteme. Zwischen dem modernen Kesselhaus und dem idyllischen Sonnenpark entfaltet sich ein Programm, das die Grenzen zwischen Wissenschaft und Kunst einreißt. Während Biologin Angela Stöger oder die Sängerin Mogli akustische Brücken schlagen, fordert das Festival auch zum Handeln auf. Ein Höhepunkt ist die Gründung des „Parlaments der Wildnis“. Unter dem Vorsitz von Irmgard Griss erproben Jugendliche, wie die Anliegen der Umwelt im demokratischen Diskurs ein echtes Stimmrecht erhalten können. In Zeiten des Klimawandels wird die Natur hier zum lebendigen Gegenüber, für das wir kollektiv Verantwortung tragen. Ein besonderes Zeichen für Teilhabe setzt das solidarische Preissystem: Beim „Pay as You Wish“-Modell entscheidet jeder Gast selbst über seinen Beitrag. So wird das Festival zu einem barrierefreien Forum für alle, die bereit sind, der Wildnis nicht nur zuzuhören, sondern ihr eine kraftvolle Stimme in unserer Gesellschaft zu verleihen.