Start Thema Kommentar Zu wenig, zu spät – und ein bisschen Hoffnung

Zu wenig, zu spät – und ein bisschen Hoffnung

Symbolbild: © WOKANDAPIX auf pixabay

Die Bundesregierung hat es endlich ausgesprochen: Ab dem 1. Juli 2026 soll die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel sinken. Von Brot und Milch über Äpfel und Erdäpfel bis hin zu heimischem Gemüse – der Steuersatz wird von 10 auf 4,9 Prozent fast halbiert. Der Fokus liegt dabei löblicherweise auf Produkten aus österreichischer Erzeugung. Die Politik rechnet vor: Eine vierköpfige Familie spart sich dadurch rund 100 Euro im Jahr.

Ein Tropfen auf dem heißen Stein? Kritiker lassen kein gutes Haar an dem Plan: „Zu wenig und zu spät“. Mit einem Budget von 400 Millionen Euro ist die Maßnahme zwar kein Pappenstiel, doch die Gegenfinanzierung wirft Fragen auf. Finanziert werden soll das Ganze durch Abgaben auf nicht recycelbares Plastik und eine Gebühr für Pakete aus Drittstaaten.

Ich schließe mich den Skeptikern an: Diese Entlastung kommt reichlich spät. Warum man nun – trotz der Dringlichkeit – noch einmal ein halbes Jahr bis zur Umsetzung verstreichen lässt, bleibt das Geheimnis der Regierung. Zudem stellt sich eine entscheidende Frage: Wie wird sich die neue Plastikabgabe auf die Preise von Alltagsgütern auswirken? Droht hier eine versteckte Teuerung, welche die Ersparnis beim Brot gleich wieder auffrisst?

Ein kleiner Lichtblick bleibt dennoch: Die Ankündigung, nun endlich auch die massiven Energiekosten anzupacken, stimmt mich vorsichtig optimistisch. Bleibt nur zu hoffen, dass hier das Tempo höher ist als beim Warenkorb. Denn die Menschen brauchen Entlastung im Hier und Jetzt – nicht erst im nächsten Jahr.

Symbolbild: © WOKANDAPIX auf pixabay

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