AUTOTEST. Toyota Proace Max Kawa ProWork L3H2
Wer im harten Arbeitsalltag auf maximale Ladekapazität, robuste Technik und niedrige Betriebskosten angewiesen ist, findet im Proace Max einen der derzeit vernünftigsten Transporter auf dem Markt.
Der Toyota Proace Max in der Kawa-ProWork-Ausführung zeigt schon optisch, dass er keine Spielereien braucht, um Eindruck zu machen. Die lange L3-Karosserie mit hohem H2-Dach nutzt jeden Zentimeter für Nutzwert, und in der Lackierung Silver Shadow Metallic wirkt der große Transporter fast schon elegant. Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer, die Nebelscheinwerfer mit Kurvenlicht und die kraftvolle Front geben ihm einen modernen Auftritt, während die unlackierten Stoßfänger, Spiegel, Türgriffe und Seitenschutzleisten genau richtig sind für den rauen Arbeitsalltag. Kleine Rempler verlieren so ihren Schrecken. Besonders praktisch sind die 270-Grad-Heckflügeltüren, die beim Beladen an Rampen oder auf engen Höfen echten Mehrwert bringen.
Im Innenraum präsentiert sich der Proace Max funktional und übersichtlich. Vor uns arbeitet das 3,5-Zoll-digitale Kombiinstrument, ergänzt durch das 5-Zoll-RCE-DAB-Radio, das sich einfach bedienen lässt. Die Klimaautomatik, der digitale Rückspiegel, Regensensor und Abblendlichtautomatik sorgen für Pkw-ähnlichen Komfort, während die induktive Smartphone-Ladestation im Arbeitsalltag besonders praktisch ist. Die Beifahrer-Doppelsitzbank verwandelt den Toyota in ein mobiles Dreisitzer-Büro, und die Ablage unter dem Fahrersitz schafft zusätzlichen Stauraum.
Wir sitzen vorne hoch und mit guter Übersicht. Der manuell einstellbare Fahrersitz mit Armlehne ist robust, aber auch auf längeren Strecken angenehm. Die Kabine bietet selbst mit drei Personen genügend Platz, was bei Montage- oder Serviceteams im Alltag spürbar hilft.
Der Laderaum ist klar auf professionelle Nutzung ausgelegt. Antirutsch-Boden, vollständige Seitenwandverkleidung und zahlreiche Befestigungsösen machen das sichere Verzurren schwerer Ladung einfach. Die 12-Volt-Steckdose im Laderaum erlaubt den Betrieb von Kühlboxen oder Werkzeug. Mit einer Nutzlast von bis zu 1.350 Kilogramm wird deutlich, dass der Proace Max echtes Arbeitspotenzial bietet.
Angetrieben wird der Transporter von einem 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 103 kW / 140 PS, kombiniert mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe. Der Motor liefert schon bei niedrigen Drehzahlen viel Kraft und bringt auch voll beladenen Aufbau souverän in Bewegung. Im Stadtverkehr fährt sich der Toyota angenehm gelassen, auf der Autobahn überzeugt vor allem der kräftige Vortrieb.
Die 360-Grad-Parksensoren und die Heckkamera nehmen dem Rangieren viel Stress. Das Fahrwerk bleibt selbst bei hoher Zuladung stabil und steckt schlechte Straßen souverän weg, wodurch der Proace Max auch auf langen Strecken entspannt zu bewegen ist.
Im Test kommen wir auf einen Durchschnittsverbrauch von rund 8,3 Litern Diesel. Die Beschleunigung auf 100 km/h gelingt in etwa 12 Sekunden, wichtiger im Alltag ist jedoch die hohe Zugkraft, mit der der Toyota auch schwere Ladung mühelos beschleunigt.
Fazit: Preislich startet der Proace Max bei 47.347 Euro brutto, unser Testwagen liegt bei 60.230,14 Euro brutto. Angesichts der umfangreichen Ausstattung, der hohen Nutzlast und des sparsamen, kräftigen Diesels ist das ein faires Angebot. Die Toyota-Relax-Garantie bis zu 10 Jahre oder 160.000 Kilometer sorgt zusätzlich für Planungssicherheit – genau das, was man von einem echten Arbeitspartner erwartet.
Fotos: © slz
