Mit einer neuen Tarifstruktur und einem speziellen Sonnenfenster reagiert der Landesversorger auf die angespannte Marktlage und entlastet Haushalte spürbar.
Wenn die ersten Sonnenstrahlen des Aprils das Land erwärmen, dürfen sich die Kunden der EVN in Niederösterreich über eine ganz andere Form von Wärme freuen: ein deutliches Plus in der Haushaltskasse. Während die Weltmärkte für Energie derzeit eher durch Turbulenzen und steigende Preise von sich reden machen, schlägt der Energieversorger aus Maria Enzersdorf einen entgegengesetzten Kurs ein.
Ab dem 1. April 2026 löst das Unternehmen sein Versprechen ein und schickt einen neuen Stromtarif ins Rennen, der den durchschnittlichen Preis auf rund 10 Cent netto pro Kilowattstunde drückt. In einer Zeit, in der geopolitische Unsicherheiten die Prognosen für die kommenden Jahre erschweren, wirkt dieser Schritt wie ein Fels in der Brandung. Herwig Hauenschild, Geschäftsführer der EVN Energievertrieb GmbH, führt diese Entwicklung auf eine kluge, vorausschauende Beschaffungsstrategie zurück, die es ermöglicht hat, die Kunden von den aktuellen Preisspitzen an den internationalen Börsen teilweise abzukoppeln.

Das Herzstück dieses neuen Modells ist ein intelligentes Zeitfenster, das den Rhythmus der Natur direkt in die Steckdose bringt. In den hellen Monaten von April bis September öffnet sich täglich zwischen 10:00 und 16:00 Uhr das sogenannte Sonnenfenster. Wer in dieser Zeit die Waschmaschine startet oder den Geschirrspüler laufen lässt, profitiert von einem Tiefstpreis von nur 6,9 Cent netto pro Kilowattstunde. Außerhalb dieser Zeiten sowie in den Wintermonaten liegt der Tarif bei 10,5 Cent. Für einen typischen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bedeutet das unter dem Strich eine Ersparnis von rund 190 Euro im Jahr – ein sattes Minus von 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Clou dabei ist, dass man kein Mathegenie sein muss, um zu sparen: Da Grundlastgeräte wie Kühl- und Gefrierschränke ohnehin rund um die Uhr laufen, ergibt sich der günstige Mischpreis fast von selbst, während bewusste Nutzer ihre Kosten durch gezielte Verlagerung noch weiter drücken können.
Doch der günstigere Strom fließt nicht ganz ohne Zutun der Verbraucher. Sowohl treue Bestandskunden als auch Neukunden müssen selbst aktiv werden, um in den Genuss der neuen Konditionen zu kommen. Die Hürden dafür wurden jedoch bewusst niedrig gehalten. Ein Klick im Online-Kundenportal genügt meist, um den Wechsel in wenigen Sekunden zu vollziehen. Für jene, die das persönliche Gespräch bevorzugen oder Unterstützung bei der Umstellung benötigen, schickt die EVN zudem ihre Beratungsteams auf die Straße. Eine groß angelegte Bustour durch das Bundesland soll sicherstellen, dass niemand bei der Jagd nach den günstigen Kilowattstunden auf der Strecke bleibt. Es ist ein seltener Moment in der aktuellen Energiewelt: Trotz düsterer Prognosen für das Jahr 2027 scheint für die niederösterreichischen Haushalte erst einmal die Sonne – zumindest auf der Stromrechnung.