Der Iran-Krieg hat die Weltwirtschaft in eine Ölkrise gestürzt, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben. Die Ölpreise sind auf den höchsten Stand seit Jahren geklettert – und ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht.
Der Grund für das Beben ist die Blockade der Straße von Hormus. Mit einer Breite von nur etwa 55 Kilometern zwischen dem Iran und dem Oman ist diese Meerenge das wohl wichtigste Nadelöhr des internationalen Energiehandels. Während die Lagertanks in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor Öl überquellen, sind sie für die Weltmärkte unerreichbar. Da ein gewaltiger Teil des globalen Ölexports dieses Nadelöhr passieren muss, herrscht auf den Weltmeeren Stillstand, während sich die Preise an den Zapfsäulen und an den Gasbörsen in astronomische Höhen schrauben. Die Folgen: Die Energieunsicherheit peitscht die Inflation wieder nach oben und sorgt an den Finanzmärkten für eine Nervosität, die an Krisenzeiten erinnert.
Während die Politik in Österreich noch in der Debatte darüber feststeckt, wie man den galoppierenden Treibstoffpreisen und der drohenden Kostenlawine für Haushalte begegnen kann, ist die Lage in Asien bereits bittere Realität. Dort, wo die Abhängigkeit von den Importen aus dem Golf noch direkter ist, haben erste Staaten bereits den Notstand ausgerufen: Gas wird rationiert, und industrielle Kapazitäten werden gedrosselt, um einen Zusammenbruch der Versorgung zu verhindern.
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