In St. Pölten sanieren junge Arbeitslose ein historisches Gebäude, um leistbaren Wohnraum für ehemals Obdachlose zu schaffen.
Wo früher der Putz bröckelte, herrscht heute geschäftiges Treiben. In der Daniel-Gran-Straße 41 in St. Pölten hat ein Sanierungsprojekt begonnen, das weit mehr ist als eine gewöhnliche Baustelle. Hier entsteht nicht nur moderner Wohnraum, hier werden Lebensläufe repariert. Unter der Leitung des Vereins Wohnen und mit Unterstützung des Landes Niederösterreich verwandelt sich ein geschichtsträchtiges Haus in ein Symbol für soziale Stabilität.
Das Besondere an diesem Vorhaben ist die Zusammenarbeit mit der Beschäftigungsgesellschaft Gesa. Junge Menschen, die bisher ohne Lehre blieben, greifen hier zu Kelle und Hammer. Im Programm „Fit im Handwerk“ sammeln sie wertvolle Erfahrungen für den Arbeitsmarkt, während sie gleichzeitig ein Zuhause für jene schaffen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Es ist eine klassische Win-win-Situation: Während die Jugendlichen eine berufliche Perspektive gewinnen, finden wohnungslose Menschen bald Sicherheit in sechs modernen Wohneinheiten.

Trotz der umfassenden Modernisierung und der Aufstockung um eine dritte Etage bleibt der Charme des Stadtbildes gewahrt, da die historische Fassade in der Schutzzone erhalten wird. Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister betont die Bedeutung dieses Ankers im Zentrum der Stadt, der durch soziale Begleitung ergänzt wird. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, bieten die hellen Wohnungen zwischen 41 und 55 Quadratmetern sowie neu gestaltete Gemeinschaftsflächen Raum für Begegnung und einen echten Neuanfang. In St. Pölten zeigt sich derzeit eindrucksvoll, wie aus alten Mauern und neuen Chancen eine solidarische Zukunft gemauert wird.