Straße Nummer 38. Das Ziel eines lang ersehnten Traums: das Sacher-Café. Offensichtlich nicht nur meiner. Ohne Reservierung wartet man bis zu einer Stunde, bis ein Platz frei ist. Zum Glück hatten wir reserviert und waren überpünktlich – sonst, so im Kleingedruckten der Reservierungsbestätigung, kommt es zu einer Abbuchung von 30 Euro der hinterlegten Mastercard. Will man nicht.
Und so nutzt man die Zeit und schlendert die Kärntner Straße rauf und runter. Besser gesagt, bei dieser Menschenmenge, die sich da durchwälzt, ähnelt das Schlendern eher einem Slalomlauf auf weicher Piste. Staunend werfe ich einen Blick in ein Modehausschaufenster, dann taumle ich zur Auslage von Designeruhren und halte mich, offenbar kreislaufgeschwächt ob der Preise, an der Eingangstür der Kristallwelten fest.
Ist es da Zufall, dass die Zeugen Jehovas mit ihrem Literatur-Trolley gut sichtbar ausgerechnet auf ihr Magazin Erwachet! mit dem Titel Steigende Preise – Was tun? aufmerksam machen? Mittlerweile ist es 15:00 Uhr. Die Kärntner Straße hat mich mitgenommen. Jetzt falle ich auf das reservierte rote Kanapee aus Samtstoff und genieße die Café-Welt von Sacher. Ein Hauch der Gründerzeit von 1876 durchflutet das Obergeschoss und erinnert an die Kaiserzeit. Schön ist es hier. Und die Preise sind im Moment des Genusses auch egal.
Hatten Sie ein ähnliches Café-Erlebnis? Dann schreiben Sie mir unter fm.zagler@outlook.com.
Symbolfoto: © geralt auf pixabay

















