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Gewerbliche und gemeinnützige Träger fordern Reformen vom Bund

Niederösterreichs Wohnungsmarkt zeigt erste Erholungszeichen: Für 2026 sind 3.700 neue Wohneinheiten geplant – ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erstmals präsentierten gewerbliche und gemeinnützige Bauträger ihre Zahlen gemeinsam und schlagen dabei in dieselbe Kerbe.

Präsentierten aktuelle Zahlen zu Wohnbauprojekten: Johannes Wild, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Alexander Bosak, Exploreal GmbH, und Christian Rädler, Obmann der GBV Landesgruppe Niederösterreich (v.l.). Foto: © Allahyari PR/ Henninger

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz legten die Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Niederösterreich und der Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV) aktuelle Daten zur Wohnbau-Pipeline vor. Die Auswertung erfasst rund 460 Bauprojekte mit insgesamt 12.099 Wohneinheiten im Zeitraum 2024 bis 2026.
Die Zahlen sind beachtlich: 2027 sollen bereits rund 4.100 neue Wohnungen fertiggestellt werden. Knapp die Hälfte davon entfällt auf den gemeinnützigen Mietsektor. Insgesamt stellt der gewerbliche Bereich 49 Prozent des Marktes, der gemeinnützige 51 Prozent. Fachgruppen-Obmann Johannes Wild betonte die Bedeutung beider Säulen: „Wer den Wohnbau ankurbeln will, muss dafür sorgen, dass Projekte wieder wirtschaftlich darstellbar und Investitionen wieder kalkulierbar werden.“ GBV-Obmann Christian Rädler ergänzte: „Leistbarer Wohnraum entsteht nur dann, wenn gemeinnützige und gewerbliche Bauträger unter vernünftigen Voraussetzungen arbeiten können.“ Die geplanten Wohnungen sind im Schnitt 74,3 Quadratmeter groß, nahezu alle verfügen über Freiflächen. Der Wohnungsmix deckt kleine Haushalte ebenso ab wie Familien. Trotz der positiven Signale bleibt der Druck hoch: Der durchschnittliche Grundkostenanteil liegt bei 1.083 Euro pro Quadratmeter. Wild und Rädler fordern daher gemeinsam raschere Genehmigungsverfahren, weniger Auflagen und verlässlichere Förderungen auf Bundesebene. „Die politischen Rahmenbedingungen müssen wieder stärker auf Ermöglichung statt auf Verhinderung ausgerichtet werden“, so ihr gemeinsames Fazit.