Früher mussten Familien im Mostviertel für spezialisierte Diagnostik und Therapien für ihren Nachwuchs oft weite Wege auf sich nehmen. Seit 30 Jahren bildet das Ambulatorium Amstetten der VKKJ (Verantwortung und Kompetenz für besondere Kinder und Jugendliche) die zentrale Anlaufstelle für medizinisch-therapeutische Betreuung von jungen Menschen im Alter von 0 bis 18 Jahren mit Entwicklungsverzögerungen, körperlichen, geistigen oder auch psychosozialen Beeinträchtigungen, neurologischen und genetischen Erkrankungen sowie Mehrfachbehinderungen.
Rechtzeitig zum 30-jährigen Jubiläum wurde der neu gestaltete, barrierefreie Outdoorspielplatz in der Einrichtung in der Anton-Schwarz-Straße 10 fertiggestellt. Er wurde von zwei Therapeutinnen des Ambulatoriums in Ergänzung zu den Indoor-Therapien geplant und bietet unseren Patientinnen und Patienten zusätzliche Möglichkeiten, sich im Freien zu bewegen, ihre Koordination zu schulen und spielerisch zu lernen. Auch Geschwisterkinder können den Spielplatz während der Therapiezeiten unter Aufsicht der Eltern nutzen.
Die Einbeziehung der Familien mit begleitender Elternarbeit ist für die ärztliche Leiterin des Ambulatoriums, Prim.a Dr.in Susanne Katzensteiner, wesentlicher Bestandteil des therapeutischen Erfolgs: „Ein familienzentriertes, multidisziplinäres Herangehen ist mir besonders wichtig. Wir betrachten die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen im jeweiligen sozialen Umfeld und entwickeln gemeinsam mit den Familien ein individuelles Therapiekonzept. Therapie wirkt nur nachhaltig, wenn sie von den Eltern mitgetragen wird. Diese Zusammenarbeit ist für uns der Schlüssel, um Entwicklung und Selbstständigkeit bestmöglich zu fördern.“

Von der Elterninitiative zur regionalen Versorgung
Dass heute dieses umfassende ganzheitliche Angebot im Mostviertel an einem Ort gebündelt zur Verfügung steht, ist der Initiative betroffener Eltern zu danken. Sie gründeten 1990 den Verein „Sorgenkind“ um die medizinische und therapeutische Betreuung ihrer Kinder im Bezirk Amstetten zu verbessern. Mit Unterstützung der Gemeinden Amstetten, Waidhofen/Ybbs und Scheibbs sowie der VKKJ wurde eine alte Molkerei umgebaut. Im Dezember 1995 wurde das Ambulatorium Amstetten eröffnet. Damit wurde die medizinisch-therapeutische Versorgung in der Region verankert und Familien wurden lange Wege erspart.
Was mit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begann, ist heute ein interdisziplinäres, 38-köpfiges Team aus Fachärztinnen und Fachärzten für Kinder- und Jugendheilkunde, medizinischen Verwaltungsassistentinnen sowie Therapeutinnen und Therapeuten verschiedenster Fachrichtungen. Auf insgesamt 900 Quadratmetern in drei Gebäuden bietet das Ambulatorium Raum für Diagnostik und Therapie im Einzel- und im Gruppensetting. Rund 1.000 Kinder und Jugendliche werden hier jährlich betreut.

PatientInnenzentrierte therapeutische Angebote
Neben der individuellen medizinischen und therapeutischen Betreuung wird ein breites Spektrum an Therapien in Einzeltherapie oder Gruppentherapie angeboten. Dazu gehören – neben den bekannten Therapien, wie Hausfrühförderung, Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie auch psychologische Diagnostik, Musiktherapie, Psychotherapie, Motopädagogik, ergotherapeutisches Klettern, Konzentrationstraining, soziales Kompetenztraining, Schulvorbereitungsgruppen, Waldgruppe sowie begleitend fachspezifische Elternberatung.
Das VKKJ-Ambulatorium Amstetten versteht sich als gut erreichbare regionale Anlaufstelle. Die Leistungen von Diagnostik und Therapie können niederschwellig per E-Card in Anspruch genommen werden. Eine ärztliche Überweisung ist nicht erforderlich. Damit soll Familien der Zugang so einfach wie möglich gemacht werden.


















