Am Samstag, dem 27. Juni 2026 findet die jährliche Gedenkveranstaltung im KZ-Nebenlager von Mauthausen in Bretstein statt. Die Feierlichkeiten werden vom Obmann des Gedenkvereins Bretstein, Herrn Prof. Mag. Stefan Stradner um 11:00 Uhr eröffnet.
Von 1941 bis 1943 diente diese SS-eigene deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung dem Zweck, landwirtschaftliche Arbeitsweisen zu erproben. Gezüchtet wurden vor allem für das Bergland speziell geeignete Schafs- und Pferderassen.
Die rund 170 Häftlinge im Nebenlager Bretstein waren zum überwiegenden Teil republikanische Spanier und sechs Zeugen Jehovas. Sie mussten unter klimatisch schwierigen Bedingungen, mangelnde Versorgung mit Nahrung und Kleidung, bis zur völligen Entkräftung in der Landwirtschaft schuften und beim Straßenbau helfen. Bis zu 50 SS-Männer bewachten die Arbeit und terrorisierten die Häftlinge, von denen sieben starben.

Grußworte und Gedenkrede
Die Grußworte entsendet Franz Michael Zagler, Vorstandsmitglied des Vereins „Lila Winkel“, der sich seit 1998 der Rehabilitierung und Unterstützung von Opfern der NS-Zeit widmet. Die Bibelforscher, wie man damals Jehovas Zeugen nannte, wurden ab der Machtergreifung Hitlers 1933 als erste Gruppe verfolgt und in Konzentrationslager deportiert, weil sie sich aus christlicher Überzeugung gegen dieses menschenverachtende Regime stellten. Sie verweigerten den Hitlergruß, lehnten die Mitgliedschaft in NS-Organisationen ab und verweigerten den Kriegsdienst. Zagler greift dabei den Themenschwerpunkt der diesjährigen Gedenk- und Befreiungsfeiern auf, der lautet: „Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus.“ Dabei geht es auch um die Frage, wie die Opfer nach dem Holocaust mit den Tätern und Täterinnen umgingen und ob es ihnen möglich war, ihren Peinigern zu verzeihen.
Gedenkrede von Renata Schmidtkunz
Renata Schmidtkuntz arbeitete 35 Jahre lang als Redakteurin, Filmemacherin und Moderatorin beim ORF in Wien, ist Journalistin und evangelische Theologin. Sie moderierte in der Spielzeit von 2013 bis 2014 das Projekt „Die letzten Zeugen“ im Burgtheater. Burgschauspieler lasen die Erinnerungstexte von sechs Überlebenden des Holocausts, die im Anschluss einige persönliche Worte an das Publikum richteten. Vor diesem Hintergrund darf man auf die Gedenkrede von Schmidtkunz gespannt sein. Den musikalischen Rahmen bildet die Bläsergruppe des Musikvereins Bretstein.
Ort der Veranstaltung: 8763 Bretstein im Pölstal, Bretsteingraben 16.
Beginn: 11:00 Uhr, Voraussichtliches Ende: 12:00 Uhr
Kontakt:
Franz Michael Zagler
Tel: 0676 637 84 96
E-Mail: fm.zagler@outlook.com


















