Neues System soll Stromnetz entlasten und Preise stabilisieren
In Wolkersdorf ist ein Pilotprojekt für sogenannte „Schwarmspeicher“ an den Start gegangen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nahm die Anlage gemeinsam mit EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz und electrify-Chairman Rudolf Schütz in Betrieb. Ziel ist es, überschüssigen Strom aus Sonne und Wind besser zu nutzen.

Bei dem Projekt werden Orts-Trafos mit Batteriespeichern ausgestattet. Sie nehmen überschüssigen PV-Strom von Haushalten und Betrieben direkt vor Ort auf und geben ihn ans Netz zurück, sobald er gebraucht wird. Landeshauptfrau Mikl-Leitner sprach von einem „Meilenstein in der Energiewende“ und verwies auf die aktuelle Hitzeperiode als Zeichen des Klimawandels. Niederösterreich liefere bereits über 40 Prozent der erneuerbaren Energie aus Wind und Sonne für ganz Österreich. EVN-Vorstandsdirektor Szyszkowitz betonte, das Projekt solle helfen, ein Optimum zwischen Erzeugern, Netz und Speicherbetreibern zu finden. Das komme der Versorgungssicherheit und den Kundinnen und Kunden zugute und mache Österreich unabhängiger. Electrify-Chairman Rudolf Schütz erklärte, jede Gemeinde könne von dem Konzept profitieren, da die Speicher den Überschussstrom in der Region verwerten, die Netze entlasten und die Preise stabilisieren. Netz NÖ vergab im Rahmen des Projekts erstmals in Österreich „flexible Netzzugänge“: Bei hoher Netzbelastung gibt Netz NÖ vor, in welchem Rahmen die Speicher arbeiten dürfen. Das bringt laut Betreibern Vorteile für alle Seiten. Im ersten Schritt entstehen an zehn Trafo-Standorten 24 Speicher mit einem Gesamtvolumen von rund fünf Megawattstunden. Unterstützt wird das Projekt von der Wirtschaftsagentur ecoplus und der Universität für Weiterbildung Krems. Erste Ergebnisse werden bis Jahresende erwartet, ein Roll-out in ganz Niederösterreich ist bei Erfolg ab 2027 geplant.
















