Am Samstag, dem 31. Oktober 2026, kamen 1.255 Besucher zum Kongress von Jehovas Zeugen in die Halle 3 am Messegelände Wieselburg. Das Tagesmotto zitierte eine Textzeile von König David, der in einem Psalm schrieb: „Hab größte Freude an Jehova (Gott) und er wird dir deine Herzenswünsche erfüllen.“
Größte Freude trotz Alltagssorgen
Das motivierende Programm wurde jeweils am Vormittag und am Nachmittag mit einem 10-minütigen Musikarrangement eingeleitet. Es folgten 11 Vorträge mit Interviews und gespielten Szenen aus dem Alltag. Jede Altersgruppe kam auf ihre Kosten. Eine Vortragsreihe hatte die Einheit in der Familie und das Bedürfnis nach guten Freunden zum Inhalt. Es gehört zur jahrelangen Tradition auf Kongressen von Jehovas Zeugen, dass Erfahrungsberichte aus verschiedenen Lebenssituationen erzählt werden. Diesmal widmete man sich dem Leben von älteren Menschen. Zwei betagte Damen erzählten, wie sie es schaffen, den Alltag zu meistern und dabei die Freude trotz vieler Wehwehchen nicht zu verlieren. Die meiste Freude macht ihnen der Umstand, mit anderen über Gott und über die Hoffnung der Bibel zu reden, so die beiden einstimmig. Einig war man sich auch darüber, dass Zufriedenheit, Dankbarkeit und ein einfaches Leben echte Glücksbringer im Alltag sind.
Chance und Balance
Der Gastredner Hans-Joachim Obermeier aus der Europazentrale der Zeugen Jehovas in Selters, Deutschland, erinnerte daran, dass eine positive Einstellung zum Gelingen im Alltag beiträgt. Gerade in der problembeladenen Zeit von heute sei es essenziell, optimistisch nach vorne zu blicken und Gott im Alltag eine Chance zu geben. Der Gott der Bibel beschreibt sich selbst als den glücklichen Gott, so Obermeier, und möchte, dass wir uns nicht über böse Menschen ärgern, auf ihn vertrauen und größte Freude trotz der Umstände im Leben haben.
Das Alltagsglück lässt sich durch drei Dinge triggern, wie der Gastredner erklärt: durch Gutes tun, durch ein integres Leben und durch eine Freundschaft mit Gott. Gutes tun beginnt im Kleinen – wie z. B. ein nettes Wort sagen, der Nachbarschaftshilfe – und endet mit der Fürsorge für Hund & Katze und Co. Die daraus resultierende innere Befriedigung schafft nicht nur Balance im Alltag, sondern lässt uns in schwierigen Phasen an den Edel-Joker, das Gebet, denken.

Der Gastredner Hans-Joachim Obermeier mit seiner Frau Dagmar aus der Europazentrale der Zeugen Jehovas in Selters, Deutschland
KI und Hiob
Sehr zur Freude der Veranstalter gehören zu den Gästen viele Kinder und Teenager. Die Glaubensgemeinschaft berücksichtigt seit vielen Jahren verstärkt die Bedürfnisse dieser Altersklasse und hat auch auf diesem Kongress einen Vortrag im Programmheft vorgesehen. Der erfahrene Redner spricht über die vielen Optionen der Jugend und darüber, dass größte Freude an den Schöpfer gekoppelt ist.
Gleich im Anschluss gehört die Aufmerksamkeit wieder dem Gastredner aus der Europazentrale. Er animiert die Zuhörerschaft dazu, bei Problemen Hilfe in Gottes Wort zu suchen. Damit würden Schwierigkeiten nicht einfach verschwinden, aber sie wären leichter zu ertragen. Dann spricht er zwei Dauerbrenner an: finanzielle Sorgen und gesundheitliche Probleme.
Es ist ein Paradoxon, dass die KI seinen Erfindern nach und nach die Arbeit wegnimmt, so Obermeier. Immer mehr Computerspezialisten seien auf Arbeitssuche und allgemein steigen die finanziellen Herausforderungen in Europa. Er nennt hilfreiche Tipps, wie: Ruhe bewahren, Zufriedenheit, das Vermeiden unnötiger Schulden und ein Faktencheck in der Familie.
Bei gesundheitlichen Problemen würden zunächst eine ausgewogene Ernährung, Ruhe und Bewegung Abhilfe schaffen. Bibelkenner denken aber auch gerne an den bekannten Hiob und erfahren Kraft und Trost, wie er mit seiner Situation umging. Dieser Zugang bewahrt Betroffene vor negativem Denken und lässt sie inneren Frieden finden.

Von Oase zu Oase im Alltag
Die Schlussansprache des Gastredners rückte den Fokus auf die Freundschaft mit Gott. Sie sei so wertvoll wie eine Oase in der Wüste und könne als wasserspendende Lebensstation gesehen werden. Außerdem garantiere diese Form der Freundschaft Frieden, emotionale Sicherheit und, wie es das Tagesmotto betonte, „größte Freude“.
Sollten durch korrupte Politik und Ungerechtigkeiten Zweifel an Gott aufkommen, dann wäre es vorteilhaft, so Obermeier, daran zu denken, dass Gott nicht der Verursacher der Probleme ist. Er sorgt nicht nur für die endgültige Lösung, sondern gibt wertvolle Tipps für mehr Lebensqualität im Alltag.
Dazu gehört das Bemühen, selbst ein Friedensstifter zu sein, durch Vernunft das Gegenüber zu gewinnen und täglich nach Möglichkeiten für Gutes tun zu suchen. Aktives Interesse am Anderen wie der barmherzige Samariter in den Evangelien würde „die Weisheit von oben“ widerspiegeln und Frieden schaffen. Dazu gehört, über Auseinandersetzungen hinwegzusehen, eine Versöhnung einzuleiten und zu vergeben – frei nach dem Prinzip: „Ruhe geben ist auch eine Form der Vergebung.“

1.255 Besucher freuen sich auf den 3. April 2027
Um 15:55 Uhr war das Programm zu Ende. Die 1.255 Besucher sangen das bewegende Schlusslied „Ich lebe nur für dich!“ Nach dem Motto „Nach dem Kongress ist vor dem Kongress“ freuen sich alle Besucher schon auf den nächsten Kongress in der Halle 3 am Messegelände Wieselburg, der am Samstag, dem 3. April 2027, stattfindet. Das Programm beginnt mit deinem Musikarrangement um 9:40 Uhr und endet um 16:00 Uhr. Das Motto lautet: „Glücklich ist, wer auf Jehova vertraut.“ Die Glaubensgemeinschaft lädt alle interessierten Personen dazu herzlich ein. Der Eintritt ist frei.
Fotos: © FMZ
Kontakt:
Franz Michael Zagler
Tel: 0676 637 84 96
E-Mail: fm.zagler@outlook.com

















