Fast 60.000 suchten Hilfe – KI-Rechtsberatung sorgt für neue Probleme
Fast 60.000 Arbeitnehmer:innen haben sich im ersten Halbjahr 2026 mit Problemen am Arbeitsplatz an die AK Niederösterreich gewandt. Für rund 4.000 Betroffene erstritt die Arbeiterkammer insgesamt 70,7 Millionen Euro an Nachzahlungen. Das geht aus der Halbjahresbilanz der Abteilung Arbeits- und Sozialrecht hervor.

In den meisten Fällen ließen sich die Probleme direkt durch Beratung klären. Bei rund 4.000 Betroffenen musste die AK jedoch aktiv werden und Ansprüche beim Arbeitgeber einfordern oder vor Gericht durchsetzen. „Der Großteil waren ausstehende Löhne und Gehälter, nicht bezahlte Urlaubs- oder Kündigungsentschädigungen und Abfertigungen“, erklärt AK-Präsident Markus Wieser. „Ohne unsere Beratung und Rechtsvertretung wären die meisten Betroffenen nicht zu ihrem Geld gekommen.“ Sorge bereitet Wieser der Insolvenz-Entgeltfonds, dessen Mittel durch gestiegene Firmenpleiten fast aufgebraucht sind. Vorschläge, die Haftung von sechs auf drei Monatsentgelte zu kürzen, lehnt er ab: „Das würde tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer finanziell treffen.“ Neu ist laut Wieser, dass immer mehr Mitglieder vorab Künstliche Intelligenz wie ChatGPT oder Gemini befragen – oft mit falschen Ergebnissen, etwa weil deutsches und österreichisches Recht verwechselt werden. „Wer der KI blind vertraut, geht ein hohes Risiko ein und kann wichtige Ansprüche verlieren“, warnt er und rät zu einem persönlichen Beratungstermin bei der AK.

















