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Am 24. Juni 2026 wurde in Berlin ein Mahnmal eingeweiht, das an den Mut der Zeugen Jehovas während der NS-Zeit erinnert. Die Übergabe an die Öffentlichkeit fand genau 93 Jahre nach dem Tag statt, an dem ein fast landesweites Verbot der Zeugen Jehovas (damals als Bibelforscher bekannt) erlassen worden war.

Der Bundestag hatte im Juni 2023 der Errichtung eines Denkmals zugestimmt, das die unter dem NS-Regime verfolgten Zeugen Jehovas würdigen soll. Bei der Einweihungsfeier am 24. Juni 2026 sagte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner: „Hier bestand Einigkeit. Einigkeit darüber, dass die als Bibelforscher bekannten Zeugen Jehovas für ihre Verfolgung in der NS-Zeit einen sichtbaren Ort des Gedenkens verdienen. … Sie zeigten nicht den Hitlergruß. Sie traten nicht in die Partei ein. Und sie beteiligten sich nicht an der Hetze gegen Juden, gegen Sinti und Roma … Im Gegenteil, es gibt viele Berichte über Unterstützung anderer Verfolgter.“

In Berlin wird das Mahnmal für die unter dem NS-Regime verfolgten Zeugen Jehovas vor einer großen Zuhörerschaft eingeweiht

Die fast fünf Meter hohe Bronzeskulptur in Form eines gefurchten Baumstamms steht in der Nähe des berühmten Brandenburger Tors, nicht weit von der Stelle, wo die Gestapo 1936 Dutzende Zeugen Jehovas verhaftete. Nur wenige Hundert Meter davon entfernt erinnert heute das Mahnmal an die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, die während der NS-Zeit unter schweren Prüfungen treu blieben und ihre christliche Neutralität bewahrten.

Bei der Veranstaltung waren etwa 900 Personen anwesend. Marcel, ein Zeuge Jehovas aus Düsseldorf, sagte: „Die würdige Veranstaltung und die wertschätzenden Redebeiträge in Erinnerung an alle treuen Männer und Frauen der neuzeitlichen Geschichte von Jehovas Zeugen erinnerten mich an das Bibelbuch ‚Hebräer‘. Im Kapitel 11 beschreibt der Apostel Paulus die vielen Glaubenstaten treuer Anbeter Gottes aus der Vergangenheit. Sie haben mir die Bedeutung der Stärkung meines eigenen Glaubens und meiner Beziehung zu Jehova Gott vor Augen geführt.“

Der vernarbte Baumstamm steht für die Standhaftigkeit und das Ausharren der unter dem NS-Regime verfolgten Zeugen Jehovas

Der Mut der Zeugen Jehovas während der NS-Zeit hat nicht nur bei den Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Anwesenden dachten daran, dass noch heute auf der ganzen Welt Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft mit Widerstand und Prüfungen fertig werden müssen.

Fotos: © jw.org

Kontakt:
Franz Michael Zagler
Tel: 0676 637 84 96
E-Mail: fm.zagler@outlook.com