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AUTOTEST. Polestar 2 Long Range Dual Motor

Nachdem uns kürzlich das Modell Polestar 2 mit Single Motor sehr überzeugt hat, dürfen wir nun die „Dampfhammervariante“ mit Dual Motor, Long Range und 408 PS ausführlich testen. Unser voll ausgestatteter Testwagen ist zusätzlich mit Plus-, Pilot- und Performance-Paket garniert – 14 Tage Elektromobilität auf allerhöchstem Niveau.

Das Exterieur des 4,60 m Polestar 2 ist mit seinem ganz eigenständigen Design ein echter „Hingucker“, die Fließhecklimousine ist keine Massenware sondern vielmehr für Individualisten gebaut. Grundsätzlich wirkt der Schwede sehr hochwertig und „von edlem Geblüt“ unser Testkandidat ist aber mit Performance-Paket ausgestattet und wirkt dementsprechend nochmals viel sportlicher. Die 20“ geschmiedeten Leichtmetallräder im Y-Design mit Brembo-Bremsen samt goldenen Bremssätteln, die Stoßdämpfer von Öhlins – sehr respekteinflößend. Im Gegensatz dazu wirken die elektrisch anklappbaren, rahmenlosen Außenspiegel grazil. Selbstverständlich sind die Scheinwerfer samt intelligentem Fernlicht sowie Heckleuchten in LED-Qualität ausgeführt.

Der extravagante Luxus setzt sich im Interieur fort. In Puncto Platzangebot ist der Polestar klassenüblich designt, allerdings den Tick sportlicher. Dabei peppt das optionale Plus-Paket den Testwagen nochmals auf und macht aus dem Polestar eine echte Luxuslimousine. Wir sitzen tief eingebettet und fühlen uns – vorallem hinterm Volant – sofort in einen dynamischen Prozess eingebunden. Vegane Weave-Tech-Sitzbezüge sorgen für Behaglichkeit, viele weitere verwendete Materialien beweisen die ehrgeizigen Ziele der Schweden, neue nachhaltige Materialien zu entwickeln bzw. bestehende Ressourcen größtmöglich zu nützen.

Das Panorama-Glasdach erstreckt über die gesamte Dachfläche und lässt Sommer und Sonne ins Wageninnere. Hörenswert, das Harman-Kardon-Soundsystem bietet ein ultimatives Klangerlebnis, die Ambientebeleuchtung unterstreicht wiederum den noblen Charakter des Innenraumes. Die Ausstattungsliste ist lang, weitere Highlights: Getönte Heckscheibe, beheizbares Lenkrad und beheizbare Sitze, Induktionsladestation für Smartphones, vielfach elektrisch verstellbare Sitze, belüftete Vordersitze, intelligente Türgriffe samt integrierten Bodenleuchten, Heckklappe mit Fußsteuerung, sämtliche Assistenzsysteme inklusive adaptivem Tempomat, Ein- und Ausparkassistent mit 12 Sensoren, 360° Kamera für Echtzeit-Rundumsicht etc. Apropos Heckklappe: darunter verbirgt sich ein immerhin 405 Liter fassender Gepäckraum, auf Bedarf kann dieser auf bis zu knapp 1.100 Liter erweitert werden. Im Frunk vorne passen noch einmal 35 Liter, dort können zum Beispiel die Ladekabel ideal verstaut werden.
Die Bedienung und die Graphiken des 11,4“ Touchscreen gefallen, mit an Bord ist Dr. Google mit sämtlichen Diensten. Generell ist die Bedienung mit wischen und tippen leicht wie bei einem Tablet, wir schätzen dies auch bei den getesteten Volvo-Modellen. Dazu zählt auch die intuitive Bedienung sämtlicher notwendigen Fahrfunktionen – für uns alles easy.

Nun „zurren“ wir uns aber mit den gold-gelben Sicherheitsgurten fest und „legen“ los. Dazu braucht nur mehr das „Drive“ an der Ein-Gang-Automatik angewählt werden. Elektrischer Allrad, 408 Pferdestärken und 660 Nm Drehmoment treffen auf zirka 2.100 kg Leergewicht. Der „Polarstern“ zoomt uns katapultartig aus dem Stand auf jede gewünschte Geschwindigkeit, nach nur 4,6 Sekunden erreichen wir den Landstraßenhunderter. Dabei begeistert die Art und Weise der Beschleunigung, es ist eine Machtdemonstration, welche Potenz hinter diesem vollelektrischen Antrieb steckt. Das Fahren ist Genuss pur, selbst bei Tempo 200 dringen kaum Wind- oder Abrollgeräusche zu uns in den Innenraum durch.

Die ersten Testfahrten legen wir im Rennmodus zurück, immer wieder rufen wir die volle Leistung der beiden E-Motoren ab. Denn der Polestar überrascht nicht nur längsdynamisch sondern auch auf der kurvigen Landstraße. Die Schweden haben die direkte Lenkung, das superbe Fahrwerk mit Öhlins-Zutaten, die Brembo-Bremsen und den Allrad perfekt zu einer „messerscharfen“ Einheit verschmolzen – damit schafft der Polstar 2 schier unglaubliche Kurvengeschwindigkeiten und ein verblüffendes Handling. Bewegen wir den Schweden hingegen „gesetzeskonform“, dann nutzen wir perfekt das One-Pedal-driving. Beim Testauto gehört Bremsen fast der Vergangenheit an, vielmehr rekuperieren wir.

Selbst an der Steckdose beweist dann der Polestar wie hoch der Entwicklungsgrad und die Effizienz dieses Elektroantriebs sind. Grundsätzlich lässt sich am Schnelllader die 75 kWh Batterie des Stromers mit bis zu 150 kWh „betanken“, damit sind äußerst kurze Tankstopps garantiert. Wir verbrauchen in der ersten, flotten Testphase zwischen 22 und 24 kWh, im späteren normalen Alltagsbetrieb zwischen 17 und 19,5 kWh auf 100 Kilometer, was realistische Reichweiten von beruhigenden 400 bis 450 km pro „Betankung“ ermöglicht.

Fazit: dieser Polestar 2 zeigt, wo der „elektrische Hammer“ hängt: der geniale, potente Elektroantrieb ermöglicht ultimative Fahrleistungen bei gleichzeitig moderatem Verbrauch. Das Fahrverhalten des Schweden begeistert, denn Polestar hat in das Auto die ganze Erfahrung aus dem Rennsport hinein gepackt. Erfreulich, mit dem Einstandspreis ab 47.990 Euro in der Basisversion ist der Feschak eigentlich fast konkurrenzlos. Unbedingt selbst Probe fahren!

Technische Daten
Polestar 2 Long Range Dual Motor
Motor/Antrieb Doppelmotor/Allradantrieb
Leistung 300kW/408 PS
Beschl. 0-100 km/h 4,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 205 km/h
Systemdrehmoment 660 km
Reichweite lt. WLTP 455-487 g/km
Preis ab 47.990 Euro

Fotos: © slz

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