Wo Gelassenheit zur Lebenskunst wird und Traditionen in den Kellergassen aufblühen.
Ein Glas in der Hand, der Blick schweift über sanft geschwungene Rebhänge: Im Weinviertel scheint die Zeit einen angenehmen Gang zurückzuschalten. In Österreichs größtem Weinbaugebiet nordöstlich von Wien ist Wein nicht nur ein Getränk, sondern der Taktgeber eines ganzen Lebensgefühls, das von einer tiefen, genussvollen Gelassenheit geprägt ist.
Wer hier auf Entdeckungsreise geht, taucht ein in eine Welt ohne Schornsteine. Die berühmten Kellergassen, liebevoll als „Dörfer ohne Rauchfang“ bezeichnet, bilden das Herzstück dieser Kulturlandschaft. Wo früher Winzer in der täglichen „Kellerstunde“ zusammensaßen, laden heute zertifizierte Guides dazu ein, die geheimnisvolle Stille der unterirdischen Gewölbe zu erkunden. Der Zyklus der Jahreszeiten bestimmt dabei das Programm. Erwacht die Natur im Frühling, lockt der Brauch des „In die Grean gehen“ zu kulinarischen Spaziergängen mit den Winzern, bevor im Sommer die „Tafeln im Weinviertel“ unter freiem Himmel zu festlichen Fünf-Gang-Menüs bitten.

Sobald der Herbst die Blätter golden färbt, beginnt die Hochsaison für Genießer. Zwischen Kellergassenfesten und der geschäftigen Weinlese zeigt sich die Region von ihrer geselligsten Seite. Selbst wenn es kühler wird, verliert das Viertel nicht an Zauber: Der „Weinviertler Advent“ lässt die Saison in festlich geschmückten Gassen fernab von jedem Trubel besinnlich ausklingen. Ob beim Pilgern auf dem Jakobsweg oder beim Radsport-Event „In Velo Veritas“ – das Weinviertel bleibt ein Ort, der Körper und Seele gleichermaßen nährt.

















