AUTOTEST. Toyota bZ4X 4WD Lounge
Toyota hat seinen Elektro-SUV kräftig nachgeschärft. Der neue bZ4X wirkt nicht nur moderner, sondern vor allem deutlich sportlicher. In der stärksten Allradversion stehen jetzt satte 252 kW/343 PS bereit. Noch bemerkenswerter: Gleichzeitig haben die Japaner Verbrauch, Reichweite und Alltagstauglichkeit wesentlich verbessert.
Beim bisherigen bZ4X war Toyota beim Thema Leistung eher zurückhaltend. Der Allradler brachte es auf 160 kW/218 PS. Jetzt stehen gleich 252 kW/343 PS zur Verfügung – ein gewaltiger Sprung um 92 kW beziehungsweise 125 PS. Zwei Elektromotoren treiben Vorder- und Hinterachse an und machen aus dem bislang eher gemütlichen Elektro-SUV einen richtig flotten Allradler.
Das merkt man vom ersten Kilometer an. Aus dem Stand geht es vehement vorwärts, Tempo 100 ist nach rund 5,1 Sekunden erreicht. Der Vorgänger benötigte dafür noch 6,9 Sekunden. Noch deutlicher spüren wir den Leistungszuwachs beim Überholen und Herausbeschleunigen. Hier wirkt der neue bZ4X erheblich souveräner und vermittelt erstmals auch eine gehörige Portion Sportlichkeit. Trotzdem bleibt die Kraftentfaltung gut kontrollierbar. Toyota macht aus seinem Elektro-SUV keinen nervösen Sportler, sondern verbindet die deutlich gestiegene Leistung mit einem komfortablen und sicheren Fahrverhalten. Der tiefe Schwerpunkt und der elektrische Allradantrieb sorgen für viel Stabilität und Traktion.
Fast noch mehr beeindruckt uns, dass die Mehrleistung nicht mit höherem Stromverbrauch erkauft wird. Genau hier hat Toyota intensiv gearbeitet. Die Lithium-Ionen-Batterie wächst von bisher 71,4 auf nun 73 kWh, gleichzeitig arbeitet der gesamte Antrieb effizienter. Bei unserem Test kamen wir auf erfreulich niedrige 16,2 kWh/100 km. Damit sind unter günstigen Bedingungen rund 425 Kilometer Praxisreichweite möglich. Für einen 343 PS starken Elektro-SUV mit Allradantrieb ist das ein ausgezeichneter Wert. Der neue bZ4X ist damit nicht nur erheblich stärker und schneller als sein Vorgänger, sondern gleichzeitig sparsamer.
Auch beim Laden wurde nachgebessert. An einer entsprechend leistungsfähigen DC-Schnellladesäule sind bis zu 150 kW möglich. Die Batterie kann unter guten Bedingungen in rund 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden. Die Batterie-Vorkonditionierung ist dabei vor allem im Winter ein wichtiger Fortschritt.
Optisch wurde der 4,69 Meter lange bZ4X ebenfalls nachgeschärft. Die neue Front wirkt klarer, breiter und sportlicher. Innen fällt sofort das große 14-Zoll-Multimedia-Display auf. Das Platzangebot ist großzügig, die Sitzposition angenehm und der Kofferraum fasst 452 Liter.
Unser Lounge lässt bei der Ausstattung kaum Wünsche offen. Sitzheizung vorne und hinten, Sitzbelüftung vorne, elektrischer Fahrersitz, digitales Innenspiegelbild, 360-Grad-Kamerasystem, elektrische Heckklappe, Navigation sowie zahlreiche Assistenzsysteme sind serienmäßig. Das Style-Paket um 1.920 Euro bringt unter anderem Panorama-Glasdach, JBL-Soundsystem mit neun Lautsprechern und Zweifarb-Lackierung. Mit der Lackierung Precious Metal/Attitude Black um 1.080 Euro steigt der Preis unseres Testwagens von 52.790 auf 55.790 Euro. Die bZ4X-Baureihe startet bei 42.690 Euro.
Fazit: Der neue bZ4X macht einen gewaltigen Schritt nach vorne. 343 PS sorgen für richtig kräftige Fahrleistungen, gleichzeitig sinkt der Verbrauch. Mehr Leistung, mehr Reichweite und mehr Fahrspaß – so macht Modellpflege Sinn.
Fotos: © slz

















