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Staatspreis Holzbau 2026: Drei Hauptpreise, fünf Auszeichnungen

Am 28. Mai wurden in den Wiener Sofiensälen zum ersten Mal die Gewinner des Österreichischen Staatspreises Holzbau gekürt. Eine internationale Fachjury wählte aus 41 nominierten Projekten die besten Holzbauten des Landes – und setzt damit ein klares Zeichen für klimafreundliches Bauen.

Die Erweiterung der Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld in Ernstbrunn Foto: © Patrick Johannsen

Erstmals vergibt Österreich einen nationalen Preis für herausragende Holzbauten. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft hat den Staatspreis Holzbau gemeinsam mit proHolz Austria ausgelobt, gefördert mit Mitteln des Waldfonds. Drei Projekte erhielten einen Hauptpreis, zwei weitere eine Anerkennung. Die prämierten Bauten kommen aus verschiedenen Regionen Österreichs und zeigen die Breite des modernen Holzbaus. Die Erweiterung der Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld in Ernstbrunn kombiniert Holz- und Lehmbau zu einem nachhaltigen Bürokomplex ohne konventionelle Klimaanlage. Das neue Rathaus in Hohenems setzt auf sechs Stockwerken auf regionalen Fichtenholz und wurde konsequent nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip geplant. Die aufgestockte HTL für Bau und Design in Innsbruck zeigt, wie ein Schulbau aus den 1970er-Jahren mit einem Holzhybridbau sinnvoll erweitert werden kann. Die Jury – geleitet von Architekturprofessorin Nicole Kerstin Berganski von der TU Berlin – appellierte an die öffentliche Hand, mehr Holzbauten zu ermöglichen: „Der Wille zu mehr Bauten aus Holz ist vorhanden – die Umsetzung bleibt noch hinter dem Möglichen zurück.“ Aktuell beträgt der Holzbauanteil in Österreich laut Statistik Austria nur 11,6 Prozent, im mehrgeschossigen Wohnbau sogar bloß 4,4 Prozent. Zwei der ausgezeichneten Projekte sind zudem für den europäischen WoodPoP Dara Award nominiert, der im Herbst 2026 vergeben wird.