Die effizienteste Methode, um die Haushaltskasse zu entlasten, ist verblüffend simpel: Energie, die gar nicht erst verbraucht wird, kostet auch nichts. Diese klare Botschaft stellte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf ins Zentrum eines Pressegesprächs in der Biogasanlage Fuchsluger in Aschbach-Markt. Der Termin markierte den feierlichen Rahmen für den 19. Raiffeisen Energiespartag, der zeitgleich in ganz Niederösterreich und Wien stattfand. In einer Zeit, in der Energiekosten ein zentrales Thema für Haushalte und Betriebe sind, zeigt das Land vor, wie die Energiewende nicht nur das Klima schützt, sondern auch die regionale Wertschöpfung massiv ankurbelt.
Seit dem Jahr 2015 deckt Niederösterreich seinen Strombedarf bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Besonders der Boom bei Photovoltaik-Anlagen ist ungebrochen, da sich deren Zahl in den vergangenen drei Jahren auf stolze 160.000 verdoppelt hat. Dass ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen, belegen die Zahlen eindrucksvoll: Während der CO2-Ausstoß seit 2005 um über ein Viertel sank, wuchs die Wirtschaft im selben Zeitraum um 40 Prozent. Dieser Erfolgsweg wird durch ein engmaschiges Beratungsnetzwerk gestützt, wobei die Energieberatung NÖ allein im vergangenen Jahr über 16.000 Mal wertvolle Tipps zum Einsparen gab.

Ein wesentlicher Hebel für günstigere Preise ist neben dem geringeren Verbrauch die faire Tarifgestaltung. Pernkopf betonte die Notwendigkeit, dass Energieversorger die Kostenvorteile der Erneuerbaren direkt an die Kunden weitergeben müssen. Aktuelle Tarifsenkungen seien ein wichtiger Schritt, um das Leben wieder leichter zu machen. Parallel dazu gewinnen Energiegemeinschaften massiv an Bedeutung. Mit mittlerweile 1.800 solcher Gemeinschaften und 80.000 Beteiligten nimmt das Bundesland eine Vorreiterrolle ein und ermöglicht es den Bürgern, sauberen Strom direkt aus der Nachbarschaft zu beziehen.
Auch der Finanzsektor hat sich längst vom reinen Geldverwalter zum Begleiter für nachhaltiges Wohnen gewandelt. Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien etwa setzt auf innovative Gesamtpakete, die im Rahmen der landesweiten Energiespartage weit über klassische Bankgeschäfte hinausgehen. Von Sanierungscoaches bis hin zur Unterstützung bei der Gründung regionaler Energiegemeinschaften reicht das Portfolio. Ein konkretes Erfolgsbeispiel ist die neu gegründete Energiegemeinschaft Region Ybbstal, deren Mitglieder durch den regionalen Strombezug nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch ihre Netzkosten um 28 Prozent senken können.
Wie greifbar diese Energiezukunft bereits ist, demonstriert die Biogasanlage der Familie Fuchsluger, die als Schauplatz des Pressegesprächs diente. In nur 13 Monaten Bauzeit entstand ein Leuchtturmprojekt der Kreislaufwirtschaft, das jährlich bis zu 18 Gigawattstunden Biogas produziert. Mit dieser Energie können rund 1.200 Haushalte in der Region versorgt werden, was jährlich etwa 5.200 Tonnen CO2 einspart. Solche Investitionen verdeutlichen, dass Nachhaltigkeit längst kein rein ideologisches Ziel mehr ist, sondern ein technisch machbares und wirtschaftlich höchst sinnvolles Zukunftsmodell für das gesamte Land darstellt.















