Anzeige

Niederösterreich leidet 2026 unter einer der schwersten Dürren der letzten Jahrzehnte. Besonders der Osten des Landes kämpft seit Monaten mit einem Niederschlagsdefizit von rund 50 Prozent. Landwirtschaftskammer und Land Niederösterreich fordern nun konsequente Investitionen in eine langfristige Wasserversorgung.

LK NÖ-Vizepräsident Lorenz Mayr und LH-Stv. Stephan Pernkopf Foto: © Magdalena Gretsch

Die Trockenheit und Hitze dieses Jahres treffen Niederösterreich mit voller Wucht. In manchen Regionen fielen seit Jahresbeginn nur rund 145 Millimeter Niederschlag – ein historischer Tiefstwert. Betroffen sind alle Bereiche der Land- und Forstwirtschaft, von Ackerbau über Wein- und Obstbau bis zu Grünland und Tierhaltung. Einzelne Gewitter bringen zwar kurzfristig Erleichterung, gleichen das tiefreichende Bodenwasserdefizit aber nicht aus. „Die Betroffenheit auf den Betrieben ist enorm“, sagt Lorenz Mayr, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Die Kombination aus Trockenheit, Hitze und steigenden Produktionskosten bringe viele Höfe an ihre Grenzen. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf sieht in einer gesicherten Wasserversorgung die Grundlage für die Zukunft der Landwirtschaft: „Ohne Niederschläge kein Pflanzenwachstum. Deshalb braucht es den konsequenten Ausbau von Bewässerungssystemen.“ Genau hier setzt das Kompetenzzentrum Bewässerung an, das 2020 vom Land Niederösterreich und der Landwirtschaftskammer gegründet wurde und in der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal verankert ist. Seither wurden rund 180 Projekte begleitet, von Speicherteichen bis zu Fördermöglichkeiten. Zunehmend melden sich auch Betriebe aus bisher wasserreichen Regionen wie dem Waldviertel. Zentrumsleiter Franz Steiner erklärt: „Das Marchfeldkanalsystem sichert die Wasserversorgung in einer der trockensten Regionen Österreichs.“ Der Bedarf an nachhaltigen Bewässerungslösungen wachse stetig. Pernkopf und Mayr sind sich einig: Die Landwirtschaft leiste ihren Beitrag, könne die Herausforderung aber nicht allein bewältigen. Investitionen in Wasserinfrastruktur seien daher unumgänglich – für die Versorgungssicherheit und die Zukunft Niederösterreichs.