Die Schuldnerberatung Niederösterreich zieht Bilanz über ein Jahr zwischen Teuerung und neuen Perspektiven.
Im Landhaus St. Pölten herrschte eine nachdenkliche Atmosphäre, als die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister und Eva Prischl gemeinsam mit Michael Lackenberger die nackten Zahlen des Jahres 2025 präsentieren. Hinter der Bilanz der Schuldnerberatung Niederösterreich verbergen sich Schicksale, die oft unverschuldet in die Abwärtsspirale aus Inflation und Existenzangst geraten sind.

Fast 4.000 Menschen suchten im vergangenen Jahr aktiv Hilfe, wobei vor allem die Altersgruppe zwischen 41 und 45 Jahren den Weg in die Beratungsstellen fand. Während die durchschnittliche Verschuldung insgesamt leicht auf rund 77.000 Euro sank, schrillten bei der Jugend die Alarmglocken: Mit fast 30.000 Euro erreichte die Schuldenlast der unter 25-Jährigen einen historischen Höchstwert. Oft sind es Arbeitsplatzverlust oder Krankheit, die den Stein ins Rollen bringen, doch auch exzessives Onlineshopping und unterschätzte Fixkosten fordern ihren Tribut. Die Folgen sind nicht nur finanziell, sondern tiefgreifend menschlich; acht von zehn Betroffenen werden durch den permanenten Druck krank. Doch die Bilanz sendet auch ein Signal der Hoffnung. Durch über 36.000 gezielte Interventionen und praktische Hilfen wie das Betreuungskonto schafft die Schuldnerberatung Struktur, wo zuvor Chaos herrschte. Trotz sinkender Fallzahlen werden die Beratungen komplexer und fordern das Team an Standorten wie Wiener Neustadt bis an die Kapazitätsgrenzen. Es bleibt die Erkenntnis, dass Prävention und Finanzbildung – etwa durch den verdoppelten Finanzführerschein – die wichtigsten Werkzeuge sind, um den Kreislauf aus Mahnungen und schlaflosen Nächten dauerhaft zu durchbrechen.




















