Ob Fangesang oder Chorgesang, ob Dorfverein oder Nationalstadion – Fußball und Regionalkultur teilen dieselben Wurzeln. Das zeigte eine hochkarätige Podiumsdiskussion der Kultur.Region.Niederösterreich am 27. Mai in St. Pölten.

Im NV-Forum diskutierten ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll, UEFA-Beauftragte Irene Fuhrmann, Sportbischof Alois Schwarz und Volkskultur-Geschäftsführer Harald Froschauer über die Gemeinsamkeiten beider Kulturbereiche. Die Veranstaltung trug den programmatischen Titel „Regionalkultur versus Fußballkultur“ – doch von einem Widerspruch war wenig zu spüren. „Bei beiden entsteht ein Kraftfeld. Die Menschen in ihren Regionen leben das tagtäglich und schöpfen Kraft daraus“, sagte Josef Pröll. Irene Fuhrmann, frisch vom Champions-League-Finale der Frauen zurück, betonte den verbindenden Charakter des Sports: „Ich wünsche mir Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung.“ Harald Froschauer, selbst Fußballpräsident und Volkskultur-Chef in Personalunion, brachte es auf den Punkt: „Ohne Ehrenamt geht es weder in der Kultur noch im Fußball.“ Ethnologin Brigitta Schmidt-Lauber sah beide Felder als „sicht- und erlebbare Bestandteile des Alltagslebens mit hohem Identifikationspotenzial“. In Niederösterreich stehen dafür eindrucksvolle Zahlen: mehr als 500 Fußballvereine auf der einen, 250.000 Aktive in der Regionalkultur auf der anderen Seite.




















