Bei dieser Frage reagieren die meisten etwas irritiert – ich auch. Und dann stelle ich sie dennoch: Was verdienen Sie so in der Stunde?
Die Recherche dazu ist aufwendig und hinkt hinterher. Im Mittel waren es 2022 in Österreich 17,49 brutto. Und wer hat einen Stundenlohn von 2.142? Mein Wahlarzt. Für 7 Minuten im Untersuchungsraum zahlte ich 250 Euro. Auf dem Rückweg zum Parkhaus in Wien hat es dann gerattert. Macht in der Minute 35,71.
Am anderen Ende der Skala sind in Österreich 1.529.000 Menschen laut finanz.at armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 1661 Euro Brutto verdient. Das macht einen Stundenlohn von 10,78. In der Minute 0,18! Dem stehen 35,71 Euro gegenüber – 198 x so viel.
Ja, Sie haben recht: Ein Wahlarzt hat ganz andere Kosten zu stemmen und die Ordi im 1. Bezirk ist auch nicht ohne. Und dennoch plagt mich der Gedanke, wohin die Reise geht. Denn die Zahl derer, die allein im letzten Jahr in die Armutsgefährdung gerutscht ist, betrug rund 170.000 – fast 3 x die Einwohnerzahl von St. Pölten.
Auf dem Rückweg ins Parkhaus hat es weitergerattert und ich musste an Agur denken. Er war der Schreiber eines einzigen Kapitels der Bibel. Er wünschte sich: „Gib mir weder Armut noch Reichtum.“
Es rattert noch immer: Wie wäre es, wenn jeder genug hat? Nicht zu wenig, nicht zu viel? Was meinen Sie? Ich freue mich auf Post – wie immer unter fm.zagler@outlook.com
Symbolbild: © cocoparisienne auf pixabay

















