Es ist Freitagnachmittag im Diskonter. Ich schnapse mir ein Krustenbrot für 1,80 Euro. Seit die Mehrwertsteuersenkung gilt, rechne ich im Kopf: Minus 5,1 Prozent – wie viel spart man da wirklich?
Das Krustenbrot. Ein einfaches, bodenständiges Brot. Genau das Produkt, das von der Steuersenkung profitieren sollte. Ich halte es in der Hand und versuche mich zu erinnern: Wie viel hat es früher gekostet? 1,89 Euro. Oder waren es 1,69? Oder sogar 1,59?
An der Kassa schaue ich auf den Bon. Da steht es schwarz auf weiß: Mehrwertsteuer auf das Brot – 8 Cent. Das ist gleichzeitig meine Ersparnis. Acht Cent. Ich starre auf diese Zahl. Acht Cent. Dafür habe ich überlegt, ob sich der Einkauf lohnt. Dafür habe ich versucht, mich an alte Preise zu erinnern. Dafür sollte meine Geldbörse erleichtert sein. Acht Cent.
Die Kassiererin zuckt mit den Schultern, als ich sie frage, ob das Brot jetzt wirklich billiger ist. Ich verlasse den Diskonter verwirrt. Beim nächsten Einkauf werde ich das Rechnen wohl bleiben lassen.
Symbolbild: © Bru-nO auf pixabay


















