AUTOTEST. Toyota C-HR+ Teamplayer 77 kWh
Den hatten wir so nicht auf der Rechnung. Der neue Toyota C-HR+ sieht extravagant aus und entpuppt sich in unserem Test als richtig starkes Elektroauto. 165 kW/224 PS liefern ordentlich Temperament, beim Stromverbrauch stehen erstaunliche 14 bis 16 kWh auf der Anzeige – und optisch setzt Toyota auf eine Formensprache mit hohem Wiedererkennungswert.
Schon beim ersten Blick hebt sich der 4,53 Meter lange C-HR+ wohltuend vom inzwischen riesigen Angebot ähnlich gezeichneter Elektro-SUV ab. Flache, coupéartige Dachlinie, scharf modellierte Flanken, markante Front und ein eigenständiges Heck ergeben einen ausgesprochen modernen Auftritt. Unser Testwagen in Platinum Pearlwhite steht zudem ausgezeichnet da. Toyota beweist Mut zur eigenen Linie – selbst aus größerer Entfernung ist klar, was da vor uns steht.
Dass hinter der auffälligen Hülle ordentlich Kraft steckt, zeigt sich bereits auf den ersten Kilometern. 165 kW/224 PS treiben die Vorderräder an und setzen Gasbefehle unmittelbar um. Besonders beim Zwischenspurt schiebt der Toyota kräftig an. Noch besser gefällt uns die Messung aus dem Stand: Für 0 auf 100 km/h stoppen wir 7,1 Sekunden und unterbieten damit die Werksangabe von 7,3 Sekunden. Die Leistungsentfaltung bleibt dabei jederzeit gut kontrollierbar. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt.
Fast noch bemerkenswerter ist die Effizienz. Je nach Strecke und Fahrweise bewegen wir den C-HR+ mit lediglich 14 bis 16 kWh pro 100 Kilometer. Das ist für ein Fahrzeug dieser Größe eine Ansage. Die 77-kWh-Batterie, von der rund 72 kWh nutzbar sind, schafft dadurch auch im Alltag große Distanzen ohne ständige Suche nach der nächsten Steckdose. Bis zu 607 Kilometer nennt Toyota nach Norm für den Fronttriebler.
Am Schnelllader sind bis zu 150 kW möglich, unter optimalen Bedingungen soll der Akku in rund 28 Minuten von zehn auf 80 Prozent kommen. Gut gefällt uns die serienmäßige Batterievorkonditionierung. Sie bringt den Energiespeicher vor dem Ladestopp auf die passende Temperatur. Eine Wärmepumpe gehört ebenfalls zur Ausstattung.
Auf der Straße zeigt der C-HR+ eine weitere angenehme Seite. Der tiefe Schwerpunkt ist spürbar, schnelle Kurven nimmt er sicher und ohne unnötige Karosseriebewegungen. Die Lenkung passt dazu mit sauberer Rückmeldung, während das Fahrwerk auch schlechte Straßen nicht mit übertriebener Härte quittiert. So entsteht ein ausgewogenes Fahrgefühl zwischen Komfort und Dynamik.
Das Cockpit wirkt aufgeräumt und zeitgemäß. Blickfang ist das 14 Zoll große Toyota-Smart-Connect-Display. Unser Teamplayer bietet außerdem Navigation, Sitz- und Lenkradheizung, Ambientebeleuchtung, elektrische Heckklappe, zweimal kabelloses Smartphone-Laden, Zweizonen-Klimaautomatik und Smart-Key. Toyota Safety Sense bringt unter anderem adaptiven Tempomat, Spurführung und Totwinkelwarner mit. Bei 2,75 Metern Radstand bleibt auch für die Passagiere ordentlich Raum, der Kofferraum bietet 416 Liter. Anhänger dürfen bis zu 750 Kilogramm wiegen.
Der C-HR+ Teamplayer mit 77-kWh-Batterie startet bei 45.390 Euro. Mit der 960 Euro teuren Premium-Lackierung Platinum Pearlwhite kommt unser Testwagen auf 46.350 Euro.
FAZIT: Der C-HR+ hat uns überrascht: schnell, ausgesprochen sparsam, eigenständig gezeichnet und umfangreich ausgestattet. Ein Elektro-Toyota, der nicht nur mit Vernunft punktet, sondern richtig Freude macht.
Fotos: © slz















