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Abhof-Laden im Nirgendwo. Obwohl: Dieser „Laden“ war ein Räumchen. Vielleicht gerade mal 9 m². In der Mitte stand ein Tisch (Tischchen, mehr Platz war da nicht) und auf demselben eine Geldkassette von ganz früher.
Auf dieser Geldkassette klebten zwei unübersehbare Hinweise. Nr. 1: „Ich sehe Sie!“ Nr. 2: „Sei ehrlich und kein Gauner.“

Da stand ich nun und wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Denn der Gauner ist jemand, der im Mittelalter oder in Kriegszeiten aus Armut von „einzelnstehenden Gehöften Mehl, Milch und Schmalz forderten.“
Aus Armut. Das lässt mich aufhorchen. Denn bisher verband ich mit dem Gauner einen „Falschspieler“, einen „Ganoven“ oder einen „Spitzbuben“. Doch die andere Seite ist, dass Österreich zunehmend verarmt. Laut aktueller Armutsstatistik leben in Österreich etwa 288.000 Menschen, die sich grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung nicht leisten können. Ehrlich gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Hauswürstel und Co. von armutsgefährdeten Menschen ohne Bezahlung entwendet wurden.

„Sei ehrlich!“ sehe ich auch als allgemeinen Appell. In Österreich betrug der Schaden durch Ladendiebstähle 2025 über 500 Millionen Euro.

Ehrlichkeit bildet die Grundlage für alle funktionierenden Beziehungen. „Ich sehe Sie!“ wäre Anlass genug, Ehrlichkeit als moralische Eigenschaft zu fördern. Aber wie? Haben Sie eine Idee? Dann schreiben Sie mir unter fm.zagler@outlook.com

Symbolbild: @ HaseebPhotography auf pixabay