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Autotest. Ford Ranger Raptor 3,0 EcoBoost V6

Ford hat das praktisch Unmögliche geschafft: mit dem neuen Ranger Raptor werden die abartigen Gelände-Fahrleistungen des Vorgängermodells nochmals getoppt! Wir dürfen ausführlich die V6 Benzinvariante mit 215 KW/292 PS und 10-Gang Automatik testen – Adrenalin pur, nunmehr auch auf der Autobahn!

Der Raptor erscheint in der modernen Außenfarbe Blue Lightning mit wahrlich ausladenden Dimensionen. „Monströs“ trifft wohl am ehesten auf das „23` Reptil“ zu. Diesbezüglich hat sich zum getesteten Diesel-Vorgängermodell wenig geändert: die 5,36 m Länge und 2,03 m Breite sind insgesamt ein Eyechatcher, besonders der für den Raptor typische Sportbügel und die unter den verbreiterten Kotflügeln mächtigen montierten All-Terrain Reifen sind DIE Erkennungsmerkmale des fast schon „Klassikers“ unter den Pick-Up`s. Am ehesten erkennt man das aktuelle Modell an den geänderten adaptiven C-förmigen LED-Matrix Scheinwerfern und LED-Matrix-Rückleuchten.
Nach dem Entern der Doppelkabine freuen wir uns über feine Materialien im Interieur und nochmals verbesserten Sportsitzen mit perfektem Seitenhalt. Sofort erkennbar der neue vergrößerte 12“ Touchscreen des Ford SYNC 4A inklusive Navigationssystem mit Applink und cooler Sprachsteuerung. Unsere Ohren erfreuen sich am Stand am B&O Sound System mit 640 Watt inklusive 10 Lautsprechern und Subwoofer, in Fahrt am Sound und den Fahrleistungen des völlig neu entwickelten 3,0 Liter V6-Benziners powered by Ford Performance.

Die Ausstattung ist tatsächlich überkomplett, die Platzverhältnisse für bis zu fünf Erwachsene sind vorne geradezu üppig, im Fond ausreichend. An Bord sind unter anderem eine weiche Lederausstattung, Ambientebeleuchtung, eine digitale und gut erkennbare volldigitale Instrumentierung, Fensterheber 4-fach, induktive Ladestation, automatische Klimaanlage, 3-Speichen Raptor-Lederlenkrad, Fahrer- und Beifahrersitz 10-fach elektrisch verstellbar und beheizbar, Rücksitzpaket, Sicherheits-Paket, 360° Umfeldbeleuchtung, Ford Key Free-System, Technologie-Paket mit sämtlichen Assistenzsystemen, Off-Road Paket, FordPass Connect, optionales Raptorpaket, etc.

Wichtig bei einem Pick-Up sind einerseits die Abmessungen der Ladefläche, diese wurden bei unveränderter Länge von 1,56 m auf eine Breite von 1,22 m geringfügig erweitert, die Abdeckung per Laderaumrollo erfolgt elektrisch. Andererseits darf der Raptor bis zu 2,5 Tonnen ziehen und knapp 700 kg zuladen.

Unvergessen geblieben sind uns die Testtage mit dem Vorgängermodell ohnehin, der neue Raptor stellt aber unsere damaligen Testerlebnisse in den Schatten. Der neu entwickelte 3-Liter-Twin-Turbo-V6-Benzinmotor erwacht mit knapp 300 PS kernig aus dem Schlummerschlaf, natürlich ist der Sound „Natur pur“ und nicht künstlich verstärkt – sehr respekteinflößend. Die bekannte 10-Gang Automatik lässt sich wie gewohnt grundsätzlich per Electronic Shifter automatisch oder am Lenkrad per Schaltwippen manuell bedienen, am Drehschalter lassen sich zusätzlich bis zu sieben verschiedene Fahrmodi auswählen. Erscheint am Display dann beispielsweise „Raptorstatus“, so gibt der Raptor dumpfes aber feines 6-Zylinder Auspuffgrollen von sich. Die Konfigurationsmöglichkeiten bei Auspuffsound, Ansprechverhalten, Fahrwerk etc. sind wie gewohnt mannigfaltig. Im Gelände begeistert uns natürlich der „Baja Modus“, denn mit dieser Einstellung düst man mit dem Biest tatsächlich im Autobahntempo – allerdings im unwegsamen Gelände – herum. Mit dem einzigartigen Fox-Fahrwerk und den namensgleichen Live-Valve Stoßdämpfern, bis zu 31° Kippwinkel und 24 ° Rampenkippwinkel, 850 mm Wattiefe, 100 % Sperrdifferential vorne und hinten etc. gibt es kein Hindernis, dass der Raptor nicht bezwingt – weder zu Wasser, am Berg oder der Wüste! Besonders beeindruckend ist der Zuwachs an Längsdynamik, der Rapor V6 beschleunigt enorm druckvoll, was die ermittelten Fahrwerte auch bestätigen. Von 0 auf 100 km/h benötigt der Ford kurze gestoppte 7,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 180 km/h begrenzt. Vor allem der Punch ab 130 km/h und der dazugehörige Auspuffsound machen süchtig, in dieser Liga hat der Raptor kaum Gegner, die hier folgen können. Das Drehmoment von 491 Nm sorgt aber insgesamt für ein harmonisches Vorwärtskommen, egal welcher der 10 „Automatikgänge“ gerade mit der Kraftübertragung beschäftigt ist. Kleines Detail am Rande: Lediglich bei Bergabfahrten und Anbremsen enger Kurvenradien kann der Raptor sein Lebendgewicht von immerhin fast 2,5 Tonnen nicht zur Gänze verheimlichen, vor allem bei feuchten Straßenverhältnissen schiebt der Raptor – sofern man eine Kurve sehr optimistisch angeht – dezent aber doch gut beherrschbar – nach außen. Und eines mag der Pick-up eher wenig: enge Parkhäuser und eben solche Parkplätze!

Die Verbrauchswerte des V6 Raptors sind angemessen, weit gestreut und widerspiegeln die gewaltigen Fahrleistungen. Wer den Raptor „liebt und schiebt“ darf mit 10 bis 11 Liter Super auf 100 Kilometer rechnen, wer den V6 nach den Möglichkeiten austestet kann auch 15 Liter verbrauchen. Wir ermittelten bei unseren „spaßigen“ Testfahrten um 13,5 Liter Super auf 100 Kilometer. Glücklicherweise hat der Benzintank des Raptors noch eine ordentliche Füllmenge: 80 Liter.

Fazit: Der neue Ford Raptor V6 ist eine absolute Macht. Offroad war und ist er überhaupt konkurrenzlos und mit der neuen Performance-Motorisierung ist dieser spezielle Ranger auch auf Landstraße und Autobahn enorm schnell. Darüberhinaus hat das aktuelle Modell bei der Qualitätsanmutung nochmals zugelegt, Infotainment und Konnektivität sind nun am Stand der Technik. Der Performance-Ford kostet ab gerechtfertigten 105.502,70 Euro, etwas günstiger erhältlich auch mit Dieselmotor.

Technische Daten
Ford Ranger Raptor 3,0L EcoBoost
Hubraum 2.956 ccm
Leistung 215 kW/292 PS
Beschl. 0-100 km/h 7,9 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h
Verbrauch komb. 13,8 l/100 km
CO2-Emission 315 g/km
Listenpreis 105.502,70 Euro

Fotos: © slz Stefan Schmutz

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